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17-05-2010 Ukraine
Besuch in der Ukraine: Zum Beginn würdigt Medwedew Opfer von Stalins Hungerkatastrophe
Zum zweiten Mal seit dem Machtwechsel in der Ukraine hat der russische Präsident Dmitri Medwedew am Montag die ehemalige Sowjetrepublik besucht. Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs in Kiew zündete Medwedew im Beisein seines ukrainischen Kollegen Viktor Janukowitsch vor dem Denkmal zur Erinnerung an die Hungerkatastrophe unter dem damaligen Diktator Josef Stalin eine Kerze an.

In Anspielung auf den bei der Zeremonie wütenden Regensturm sagte er, er hoffe, der Regen wasche die "schlimmen Ereignisse aus der Vergangenheit" weg.

Die Hungerkatastrophe, der zwischen 1933 und 1934 bis zu zehn Millionen Menschen zum Opfer fielen, ist bis heute Streitpunkt zwischen Russland und der Ukraine. Janukowitschs pro-westlicher Vorgänger Viktor Juschtschenko forderte von Moskau die Anerkennung der Hungerkatastrophe als Genozid Stalins an den Ukrainern, Russland weist dies zurück.

Seit Amtsantritt des pro-russischen Präsidenten Janukowitsch im Februar näherten sich beide Länder enorm an. Medwedew sagte, Gespräche zwischen beiden Seiten seien wieder "viel einfacher". Noch am Montag sollten fünf neue Kooperationsabkommen unterzeichnet werden, darunter im Bankenbereich, bei Kultur und Bildung sowie zur Nutzung des satellitengesteuerten russischen Navigationssystems Glonass und zum genauen Grenzverlauf zwischen beiden Ländern.

Laut dem Kreml sollte auch ein Angebot des russischen Ministerpräsidenten Wladimir Putin zur Sprache kommen, den ukrainischen Energiekonzern Naftogaz mit dem russischen Monopolisten Gazprom zu verschmelzen. Nach dem Nein Janukowitschs zu einer Fusion schlug Medwedew nun ein Zusammengehen verschiedener Sparten vor.

Die pro-westliche Opposition in der Ukraine wirft Janukowitsch vor, sich zu stark an Russland zu binden. So hatte er bei Medwedews vorherigem Besuch im April im ukrainischen Charkow überraschend einer Pachtverlängerung für einen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Halbinsel Krim zugestimmt. Der Vertrag sichert der Ukraine billigere russische Gaslieferungen zu. Bei der Abstimmung im Parlament war es Ende April zu Tumulten gekommen, Abgeordnete hatten Eier und Rauchbomben geworfen. [afp/russland.RU]

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