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02-05-2010 Ukraine
Russland und Ukraine nähern sich weiter an - Putin schlägt Fusion von Gasfirmen vor


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Russlands Regierungschef Wladimir Putin hat eine Fusion der staatlichen Gaskonzerne Russlands und der Ukraine vorgeschlagen. "Ich schlage vor, Gazprom und Naftogaz zusammenzulegen", sagte Putin am Freitag nach einem Treffen mit seinem ukrainischen Kollegen Nikolaj Asarow im südrussischen Sotschi.




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Offenbar wurde Asarow mit der Ankündigung vor laufenden Fernsehkameras überrascht. Über den Plan hätten die beiden Ministerpräsidenten bei ihrer Begegnung unmittelbar zuvor nicht gesprochen, sagte ein Sprecher Asarows der Nachrichtenagentur Interfax. Kiew werde den Vorschlag nun prüfen.

Putin sprach sich außerdem dafür aus, eine russisch-ukrainische Gasholding zu gründen – in Analogie zur großen Holding in der Kernenergie-Branche, die Russland und die Ukraine zu gründen planen.

Der "Gazprom"-Chef Alexej Miller teilte seinerseits mit, dass die Energieminister der beiden Länder Anfang Mai dieses Jahres in Moskau mit den Chefs des Konzerns "Gazprom" und der Gesellschaft "Naftogaz Ukrainy" zusammentreffen werden, um Fragen der Vereinigung der beiden Energieunternehmen zu besprechen.

Nach dem heutigen Vorschlag Putins "klatschte der Saal Beifall", so Miller. Er erinnerte zugleich, dass "Gazprom" auf ähnliche Weise mit deutschen und italienischen Geschäftspartnern zusammenarbeitet. "Unsere Erdgasvorräte sind riesig, es wird genug Gas für alle geben, und im 21. Jahrhundert werden keine Probleme bei der Versorgung ukrainischer Verbraucher mit Erdgas auftreten", versicherte Miller.

Der Vorstoß Putins könnte die pro-westlich orientierte ukrainische Opposition weiter reizen, die sich erst diese Woche erfolglos gegen eine Verlängerung des Pachtvertrags für den auf der ukrainischen Krim-Halbinsel gelegenen Stützpunkt der russischen Schwarzmeerflotte gestemmt hatte. Nach der Verlängerung der Pacht hatte Moskau der Ukraine einen Preisnachlass von 30 Prozent bei Erdgaslieferungen eingeräumt, wobei er nicht mehr als 100 US-Dollar pro 1 000 Kubikmeter ausmachen darf.

Im Gegenzug wird die Ukraine den Exportzoll für Russland ebenfalls um 30 Prozent reduzieren wird. Die Preisermäßigung gilt für die Lieferung von 30 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahre 2010 und 40 Milliarden Kubikmeter Gas in den kommenden Jahren. Mit der Unterzeichnung dieser Ergänzung wurden auch diejenigen Vertragspunkte, in welchen gegenseitige Strafsanktionen vorgesehen sind, obwohl sie in der Praxis nicht verwendet worden waren, außer Kraft gesetzt.

Im Jahre 2009 hatte der Gastransit über ukrainisches Territorium nach Westeuropa 95,8 Milliarden Kubikmeter betragen, obwohl im Vertrag 116,9 Milliarden Kubikmeter geplant waren, im Jahre 2010 sollen 116,069 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa geliefert werden.

Putin stellte der Ukraine zudem einen millionenschweren Kredit in Aussicht. Die russische Staatsbank WTB sei bereit, der Ukraine "in naher Zukunft" ein Darlehen von 500 Millionen US-Dollar (knapp 380 Millionen Euro) zu geben, um dem Land aus der Wirtschaftskrise zu helfen, sagte der russische Regierungschef. Die Beziehungen zwischen beiden Ländern entwickelten sich derzeit gut im Finanz- und Bankensektor, fügte Putin hinzu. Er hoffe, dass die Zusammenarbeit fortdauere.

Die Dynamik im Handel mit der Ukraine übersteigt wesentlich das Wachstumstempo des Außenhandelsumsatzes Russlands im Allgemeinen und mit GUS-Ländern im Einzelnen. "Die Ukraine ist einer der führenden Wirtschaftspartner Russlands", so der Pressedienst. "Allein im Januar- Februar 2010 hat der beiderseitige Warenumsatz gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitrum um fast das Zweifache zugenommen und damit 4,394 Milliarden US-Dollar (196,1 Prozent gegenüber Januar-Februar 2009) betragen, wobei 2,927 Milliarden US-Dollar (257,8 Prozent) auf den russischen Export und 1,467 Milliarden US-Dollar (132,8 Prozent) auf den Import entfallen sind", hieß es.

Nach dem Antritt des pro-russischen ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch nach seinem Wahlsieg im Februar haben sich die Beziehungen zu Moskau schnell verbessert. [ russland.RU ]


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