russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


08-02-2010 Ukraine
Janukowitsch liegt vor Timoschenko – Wahl korrekt


Die Zentrale Wahlkommission der Ukraine hat bereits 85,78 Prozent der elektronischen Protokolle der Wahlkommissionen des Landes bewertet. Der Oppositionskandidat Viktor Janukowitsch hat bei der Stichwahl am Sonntag 48,52 Prozent der Stimmen bekommen.




Werbung


Ihm folgte Julia Timoschenko mit 45,82 Prozent der Stimmen.

4,47 Prozent der Bürger der Ukraine unterstützten keinen der beiden Präsidentschaftskandidaten.

Nach Befragungen des Instituts GfK Ukraine erhielt Janukowitsch 49,8 Prozent der Stimmen, Timoschenko kam auf 45,2 Prozent. Der gleichen Umfrage zufolge gaben fünf Prozent auf den Stimmzetteln an, für keinen der beiden Kandidaten stimmen zu wollen, eine Option, die das Wahlgesetz vorsieht. Zwei anderen Umfragen zufolge erreichte Janukowitsch 48,7 Prozent der Stimmen, Timoschenko kam auf 45,5 Prozent. Diese Nachwahlbefragungen hatten mehrere unabhängige Institute in Auftrag gegeben.

Alexander Turtschinow, Chef von Timoschenkos Wahlstab, wollte die Niederlage jedoch nicht eingestehen: „Der uns aufgedrängte Mythos um einen kolossalen Abstand zwischen Janukowitsch und Timoschenko wurde völlig zerstört". Die Frage nach dem Sieger bleibe offen, nur das amtliche Wahlergebnis werde Klarheit schaffen.

Etwas später trat Timoschenko selbst ans Mikrofon. Wenn jemand seinen Sieg vorzeitig feiere, manipuliere er nur das „Bewusstsein der Menschen". Solange die letzte Stimme nicht ausgezählt sei, sei es verfrüht, von einem Ergebnis zu sprechen, wurde Timoschenko von der ukrainischen Agentur UNIAN zitiert.

Keine Kritik am Ablauf des Wahltages

Nach Besuchen von einem Dutzend Wahllokalen in Kiew und nach Rücksprache mit Kollegen der OSZE erklärt Rebecca Harms, Fraktionsvorsitzende der Grünen I EFA im Europäischen Parlament und Mitglied der Wahlbeobachtungsdelegation des Europäischen Parlaments:

„Die Durchführung der Wahlen ist nach unseren Erkenntnissen korrekt gewährleistet worden. Wir haben viele Anhänger der konkurrierenden Kandidaten gesprochen, die gemeinsam den ordentlichen Ablauf gewährleisteten. Diese Zusammenarbeit in den Wahllokalen sollte Vorbild für die politische Arbeit der ukrainischen Parteien sein.

Ich appelliere an die Kandidaten Janukowitsch und Timoschenko, die Ergebnisse zu akzeptieren und im Falle von Zweifeln die Gerichte entscheiden zu lassen. Die Bürger der Ukraine sehnen sich nicht nach der Wiederholung der Proteste von 2004, sondern nach einer ordentlichen und verantwortungsvollen Politik.

Die ersten, vorläufigen Prognosen zeigen, dass der nächste Präsident der Ukraine immer noch an der ukrainischen Einheit arbeiten muss. Das Land darf nicht in einer gefühlten Ost-West-Trennung verharren: Die Einheit, das Ziehen an einem Strang, ist gerade in Zeiten der Krise die Voraussetzung für eine bessere Entwicklung.“

Rebecca Harms appelliert auch an den designierten EU-Erweiterungs- und Nachbarschaftskommissar Štefan Füle, sich als zuständiger EU-Kommissar sofort schwerpunktmäßig mit der Ukraine zu befassen: „Unser großer Nachbar ist schon einen weiten Weg in Richtung Demokratie und Westen gegangen. Dass diese Entwicklung weiter voranschreitet ist in allergrößtem Interesse aller Europäer.“

Janukowitsch hatte den ersten Wahlgang vor drei Wochen mit 35 Prozent der Stimmen für sich entschieden. Timoschenko erhielt zehn Prozent weniger. Meinungsumfragen waren seit dem ersten Durchgang nicht erlaubt. Erste Teilergebnisse soll es in der Nacht geben.

Janukowitsch sagte bei der Stimmabgabe in einem Wahllokal in der Hauptstadt Kiew, er habe für "gute Veränderungen, Stabilität und eine starke Ukraine" votiert. Seine Rivalin Timoschenko gab ihre Stimme in ihrer Heimatstadt Dnjepropetrowsk ab. "Ich habe für eine neue Ukraine gestimmt, eine wundervolle, europäische Ukraine, in der das Volk glücklich leben kann."

Der scheidende Amtsinhaber Viktor Juschtschenko sagte in seinem Wahllokal, die Ukraine müsse sich für egal welches Ergebnis schämen. Der Held der Orangenen Revolution von 2004 war in der ersten Wahlrunde weit abgeschlagen auf dem fünften Platz gelandet. [ russland.RU ]



Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013