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26-01-2010 Ukraine
Russland verurteilt Verleihung des Heldenstatus an Stepan Bandera durch Juschtschenko
Russland verurteilt die Verleihung des nationalen Heldenstatus dem ukrainischen Nationalisten Stepan Bandera durch den scheidenden Präsidenten Viktor Juschtschenko aufs Schärfste, verlautete am heutigen Dienstag aus dem russischen Außenministerium.




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"Der Erlass über die Verleihung des Titels 'Held der Ukraine' an Stepan Bandera ist so anrüchig, dass er unumgänglich negative Gefühle, vor allem in der Ukraine, weckt. Einer ganzen Reihe von ukrainischen Politikern zufolge tragen solche Beschlüsse nicht zur Konsolidierung der Gesellschaft bei", hieß es in der Mitteilung.

"Was die Reaktion Russlands darauf betrifft, so schwankt der Ton der Äußerungen in russischen Medien und gesellschaftlichen Institutionen zwischen Ironie und Kritik", fügten die Diplomaten hinzu.

Der ukrainische Noch-Präsident hatte am 22. Januar die Verleihung des Heldenstatus dem Nationalisten Bandera "für die Verteidigung der nationalen Idee und den Kampf um einen unabhängigen ukrainischen Staat" bekannt gegeben.

Bandera stand in den Jahren 1941 bis 1959 an der Spitze der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), deren Mitglieder mehr als 100 000 Polen, Tschechen, Juden in West-Wolhynien vernichteten. Auch Tausende Ukrainer mussten sterben, weil sie sich weigerten, mit der OUN zu kollaborieren.

In Polen und in der ganzen Ukraine außer des westlichen Landesteils gilt Bandera als Terrorist, Nazi-Verbrecher und Komplize der deutschen Faschisten. Veteranen des Großen Vaterländischen Krieges erinnern sich ihrerseits daran, dass ihre Gegner auf Befehl von Bandera gehandelt haben.

In der westlichen Ukraine wird er dagegen als Held betrachtet. Nach ihm wurden Straßen in Lwow, Ternopol, Rowno, Iwano-Frankowsk und Luzk benannt. Nach Einschätzung von Politikwissenschaftlern riskiert Juschtschenko eine Zuspitzung der Beziehungen zwischen der Ukraine und Polen, das er als wichtigen Verbündeten betrachtet. [ russland.RU ]

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