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05-11-2009 Ukraine
Ukraine räumt Zahlungsschwierigkeiten für Gas aus Russland ein


Die ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz hat Schwierigkeiten bei der Bezahlung von aus Russland geliefertem Gas eingeräumt.




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Die "schwierige Finanzsituation in der Ukraine" und die "wachsenden Schulden der Verbraucher" würden die "vollständige und pünktliche" Zahlung für das im Oktober gelieferte Gas "erschweren", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Weitere Angaben machte Naftogaz nicht. Am Sonntag hatte der russische Ministerpräsident Wladimir Putin die Europäische Union auf mögliche Probleme bei der Lieferung von Erdgas über das Gebiet der Ukraine hingewiesen und die EU am Montag aufgefordert, die Ukraine bei der Bezahlung ihrer Gasrechnungen zu "unterstützen".

Ukraine befürchtet Sanktionen

Die Ukraine wird dieses Jahr etwa zwölf Milliarden Kubikmeter russisches Gas als zuvor geplant ankaufen, sagte der Präsidentenbevollmächtigte für internationale Energiesicherheit, Bogdan Sokolowski, am Dienstag in einem Pressegespräch in Kiew.

Nach seinen Worten drohen Kiew dafür Sanktionen in Höhe von schätzungsweise sieben Milliarden Dollar. Zugleich unterstrich Sokolowski, dass die Bezahlung des im Oktober importierten Gases akut geworden sei. "Bis zum Ende der Woche müssen wir etwa 500 Millionen Dollar bezahlen, aber die Firma Naftogas Ukrainy hat diese ganze Summe nicht verdient. Daher kommen Mittel aus anderen Quellen in Frage", erklärte Sokolowski.

In diesem Zusammenhang plädierte der Präsidentenbeauftragte für die "baldmöglichste Novellierung" der Anfang dieses Jahres geschlossenen Gasverträge mit Russland. Sollten sie nicht korrigiert werden, dann werden Russland, die Ukraine und Europa in kurzer Zeit auf Probleme stoßen, warnte er. Falls die aktuellen Vertragsbedingungen weiterhin gelten, dann könne die Ukraine aus Geldmangel im kommenden Frühjahr und Sommer ihre Gasspeicher nicht füllen. Zugleich beteuerte Sokolowski Kiews Bereitschaft zur vollwertigen Erfüllung des Transitvertrags, da er "nichts mit dem Vertrag über die Gaslieferungen aus Russland in die Ukraine zu tun hat."

Sollten aber die aktuellen Vertragskonditionen nicht geändert werden, dann könne es im Sommer 2010 "zu Kataklysmen mit dem Gastransport nach Europa kommen", so der Präsidentenbevollmächtigte.

Schon Anfang des Jahres waren die Pipelines nach Westeuropa gekappt

In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Probleme gegeben, weil die Ukraine ihre Gasrechnungen in Russland nicht rechtzeitig begleichen konnte.

Gazprom hatte zuletzt im Januar nach einem Streit über offene Rechnungen und die Höhe des Gaspreises die Lieferungen an die Ukraine eingestellt. Da eine wichtige Pipeline durch das Land verläuft, hatte der Gasstreit auch Folgen für Europa: In Südosteuropa waren einige Staaten vollkommen von der Gasversorgung abgeschnitten, da die Ukraine eine Weiterleitung des russischen Gases unterbrach. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beziehen rund 40 Prozent ihres importierten Gases aus Russland, rund 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert. [ russland.RU ]


Gaseinigung ohne Jubel


russland.TV-Nachrichten vom Januar 2009, dem Tag der Beilegung der damaligen Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine in Moskau.




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