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11-08-2009 Ukraine
Russland verschiebt Entsendung von Botschafter in die Ukraine


Russland hat die Entsendung eines Botschafters nach Kiew aufgeschoben. Grund sei der "gegenwärtige anti-russische Kurs der ukrainischen Führung", teilte Präsident Dmitri Medwedew in einem am Dienstag veröffentlichten Schreiben an seinen ukrainischen Kollegen Viktor Juschtschenko mit.




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Er hoffe, dass sich die Beziehungen zwischen Moskau und einer "neuen politischen Führung" verbessern würden, hieß es in dem Brief weiter.

"Ich möchte Sie darüber informieren, dass ich beschlossen habe, die Entsendung unseres neuen Botschafters in die Ukraine angesichts des antirussischen Kurses der ukrainischen Staatsführung zu verschieben", so Medwedew. "Ein konkreter Termin wird später und unter Berücksichtigung der realen Entwicklung der russisch-ukrainischen Beziehungen festgelegt."

Für Russland "waren und sind die Ukrainer seit eh und je nicht nur Nachbarn, sondern ein Brudervolk, dem gegenüber wir immer die denkbar besten Gefühle empfinden und mit dem uns gemeinsame Geschichte, Kultur und Religion sowie eine enge wirtschaftliche Zusammenarbeit wie auch enge Verwandtschaften und persönliche Beziehungen verbinden", heißt es in dem Schreiben.

"Ich bin davon überzeugt, dass die Staatsführungen Russlands und der Ukraine diese gute Nachbarschaft schätzen müssen", so Medwedew. "Dieser Schatz ist unter anderem ein gemeinsamer Konkurrenzvorteil in der Welt in der Zeit der Globalisierung."

"Die Aufgabe der verantwortungsbewussten Staatsmänner besteht darin, sich nicht der Versuchung hinzugeben, einen Zwist zwischen unseren Völkern im Interesse von geopolitischen Projekten bzw. der politischen Karriere von wem auch immer zu stiften, sondern die Freundschaft zwischen den Ukrainern und den Russen mit allen Mitteln zu schützen und das Fundament der Zusammenarbeit zum gegenseitigen Vorteil und im Interesse des Gedeihens unserer Länder zu festigen."

"Russland hofft darauf, dass eine neue politische Führung der Ukraine bereit sein wird, solche Beziehungen zwischen unseren Ländern aufzubauen, die in der Tat den wirklichen Hoffnungen unserer Völker und den Interessen der Festigung der europäischen Sicherheit entsprechen werden".

In der Ukraine sind für den 17. Januar Präsidentschaftswahlen vorgesehen. Dabei stehen sich die prowestlichen den eher Russlandtreuen Kräften gegenüber.

Der frühere russische Regierungschef Viktor Tschernomyrdin war im Juni von seinem Botschafterposten in der Ukraine abberufen worden. Einen Grund für die Abberufung nannte der Kreml nicht. Tschernomyrdin war in der Ukraine zuletzt wegen "unfreundlicher Äußerungen" in die Kritik geraten.

Zum neuen Botschafter Russlands in der Ukraine wurde Michail Surabow, der frühere Minister für Gesundheit und Soziales, ernannt. Das ukrainische Außenamt informierte bereits Russland über seine Zustimmung für die Ernennung Surabows für dieses Amt.

In den vergangenen Jahren hatte es zudem mehrfach Streit zwischen beiden Ländern über die russischen Gas-Lieferungen gegeben, der bis zu Lieferstopps eskalierte. [ russland.RU ]

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