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06-06-2009 Ukraine
Ukraine soll Gasschulden an Russland bezahlt haben



Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ihre Gasschulden bei Russland beglichen. Wie ein Sprecher des staatlichen ukrainischen Energieversorgers Naftogaz der Nachrichtenagentur AFP sagte, wurde am Freitag eine offene Rechnung für den Monat Mai bezahlt.




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Angesichts einer drohenden neuen Gaskrise hatte Staatschef Viktor Juschtschenko zuvor angekündigt, umgerechnet 350 Millionen Euro für die Zahlung an den russischen Energieriesen Gazprom freizugeben. Russland hatte befürchtet, dass die Ukraine Rechnungen für geliefertes Gas nicht bezahlen kann. Erst am Mittwoch warnte Regierungschef Wladimir Putin vor einem Stopp der russischen Gaslieferungen über die Ukraine in die EU schon Ende Juni oder Anfang Juli.

Der russische Gaskonzern Gazprom hatte erklärt, dass der 9. Juni der äußerste Termin für die Bezahlung für das im Mai bezogene Gas durch die Ukraine sei".

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hat am Freitag die Ukraine gewarnt, dass Russland zu hundertprozentigen Vorauszahlungen für seine künftigen Gaslieferungen übergehen wird, wenn die Ukraine für das bereits bezogene Gas nicht bezahlen wird.

"Die ukrainische Führung muss die Kommentare aus anderen Ländern nicht übel nehmen, sondern nach Möglichkeiten für die Erfüllung seiner Verpflichtungen suchen", erklärte Medwedew am Freitag bei einem Treffen mit Spitzenvertretern in- und ausländischer Unternehmen.

Russland mache auf dieses Problem aus bestimmten Gründen aufmerksam, unterstrich der russische Staatschef. "Falls die Ukraine in nächster Zeit ihre Schulden für das gelieferte Gas nicht begleichen wird, werden wir gezwungen sein, auf den entsprechenden Vertragspunkt zurückzugreifen", sagte Medwedew..

Russland hatte sich nach Angaben des russischen Vizepremier Igor Setschin am Mittwoch im Vorfeld geweigert, der Ukraine ein Kredit für den Ankauf von Gas, welches für die Füllung der unterirdischen Gassprecher bestimmt sein wird, zu gewähren.

Beim einem Treffen mit Präsident Dmitri Medwedew teilte Setschin mit, die Regierung der Ukraine und der ukrainische Energieversorger "Naftogas Ukrainy" haben sich an die russische Seite mit der Bitte gewendet, ein Kredit von 4,2 Milliarden US-Dollar für den Ankauf von ca. 19,5 Milliarden Kubikmeter Gas zu gewähren. Laut Setschin habe bislang der russische Gaskonzern "Gazprom" 2,150 Milliarden US-Dollar für den Gastransit über ukrainischen Territorium überwiesen. "Dies reicht für den Gastransit über die Ukraine bis Februar 2010 aus", sagte er.

Eine unklare Situation schaffe auch die unlängst von der Ukraine und der EU unterzeichnete Erklärung über Zusammenarbeit bei der Gasversorgung Europas, die ein hohes Risiko für Gazprom darstelle, weil sie die Änderung des Zahlungssystems für den Gastransit und die Änderung der Lieferrichtungen innerhalb des ukrainischen Gastransportsystems beinhalte. "In diesem Zusammenhang kann 'Gazprom' seine Partner in der Ukraine für diese Zwecks einseitig nicht finanzieren", erklärte Setschin.

Gazprom hatte zuletzt im Januar nach einem Streit über offene Rechnungen und die Höhe des Gaspreises die Lieferungen an die Ukraine eingestellt. Da eine wichtige Pipeline durch das Land verläuft, hatte der Gasstreit auch Folgen für Europa: In Südosteuropa waren einige Staaten vollkommen von der Gasversorgung abgeschnitten, da die Ukraine eine Weiterleitung des russischen Gases unterbrach. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union beziehen rund 40 Prozent ihres importierten Gases aus Russland, rund 80 Prozent davon werden über die Ukraine geliefert.

Angesichts einer drohenden neuen Gaskrise hatte die EU am Donnerstag ranghohe Kommissionsvertreter nach Russland und in die Ukraine geschickt, um alle verfügbaren Informationen über die gegenwärtige Entwicklung zusammenzutragen. [ russland.RU ]


Gaseinigung ohne Jubel


russland.TV-Nachrichten vom Januar 2009, dem Tag der Beilegung der damaligen Gaskrise zwischen Russland und der Ukraine in Moskau.




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