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21-01-2009 Ukraine
Naftogas Ukraine: Weder Russland noch Ukraine sind Gewinner oder Verlierer
In den russisch-ukrainischen Gasverhandlungen hat es keinen Gewinner und keinen Verlierer gegeben, sagte der Vize-Vorstandschef des ukrainischen Energiekonzerns Naftogas Ukraine, Igor Didenko, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Kiew.




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"Keine der Seiten ist am Ende 100-prozentig zufrieden, denn die gestellten Aufgaben wurden nicht erfüllt", stellte er fest. Das sei aber auch das Unterpfand dafür, dass die geschlossenen Verträge in Erfüllung gebracht werden. Für die Ukraine bedeute die Vertragsschließung den Sieg der Vernunft angesichts zahlreicher politischer Widersprüche innerhalb des Landes, so Didenko.

Ferner konstatierte er, dass die EU-Länder der Ukraine keine richtige Hilfe geleistet haben, damit Kiew alle Nuancen der Formel der Gaspreis-Gestaltung verstehen könnte. "So verwies man uns auf verschiedene Websites, die wir bereits zuvor analysiert hatten", präzisierte er. Für ukrainische Experten sei am Wichtigsten gewesen, dass die Formel der Preisgestaltung für das Land "adäquat" wären, fügte Didenko an.

Naftogas wehrt sich gegen Juschtschenkos Vorwürfe

Laut Didenko hat Naftogas Ukraine bei den Verhandlungen mit den russischen Geschäftspartnern und beim Abschluss der Gasverträge alle Direktiven des Präsidenten und der Regierung eingehalten. Das teilte der Erste Stellvertreter des Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens, Igor Didenko, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit.

Wie der Erste Stellvertreter des Chefs des Präsidentensekretariates, Alexander Schlapak, am Vortag geäußert hatte, hätten die ukrainischen Unterhändler bei der Unterzeichnung der Abkommen zwischen Gazprom und Naftogas Ukraine über die Gaslieferungen und den Gastransit die vom Präsidenten erteilten Direktiven, darunter zur Vereinbarung eines schrittweisen Überganges zum marktbezogenen Gaspreis, nicht eingehalten.

„Ich möchte hervorheben, dass die erzielten Vereinbarungen keine Direktiven verletzen“, sagte Didenko. Ihm zufolge habe die ukrainische Verhandlungsdelegation in der letzten Phase der Gespräche die letzten Direktiven der Regierung erhalten, nachdem Regierungschefin Julia Timoschenko vor ihrem Abflug nach Moskau ein Arbeitstreffen mit Präsident Viktor Juschtschenko gehabt hatte. Das seien übliche Direktiven gewesen. „Ich weiß nichts von besonderen Direktiven zu diesen Verhandlungen. Es hatte mehrere Direktiven gegeben, die wir, wie ich glaube, auch befolgt haben“, sagte Didenko.

Naftogas will nur fünf Milliarden Kubikmeter Gas im ersten Quartal importieren

Naftogas Ukraine will im ersten Quartal dieses Jahres nur fünf Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland importieren, so Didenko. Er betonte, dass die Ukraine bisher im ersten Vierteljahr üblicherweise etwa zwölf Milliarden Kubikmeter gekauft habe. Der gesamte Gasimport aus Russland werde sich auf 40 Milliarden Kubikmeter belaufen, ergänzte der Geschäftsmann. In den weiteren Quartalen rechne Naftogas mit einem Preisrückgang auf dem Gasmarkt und werde deshalb die Gasimporte aus Russland steigern.

Nach seiner Schätzung wird Naftogas im zweiten Quartal 10,5 Milliarden Kubikmeter zu einem Preis von 270 Dollar kaufen. Im dritten Quartal solle der Preis auf 219 Dollar fallen, die Importe sollen hingegen auf zwölf Milliarden Kubikmeter steigen. Laut Didenko soll der Gaspreis im vierten Quartal auf 162 Dollar fallen, die Importe würden auf 12,5 Milliarden Kubikmeter anstiegen.

Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte am Vortag erklärt, die Ukraine würde im ersten Quartal den Gasankauf in Russland minimieren. "Es ist nicht nötig, im ersten Quartal teures Gas zu verwenden. Dafür sind ja unsere Gasbehälter da. Wir haben nicht umsonst Vorräte gemacht", unterstrich sie. Auch Gazprom informierte gestern, die Gaslieferungen in die Ukraine würden 2009 etwa 40 Milliarden Kubikmeter gegenüber 55 Milliarden im Vorjahr ausmachen. [ russland.RU ]

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