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17-01-2009 Ukraine
Gasstreit Russland-Ukraine – Die Woche der Blockaden – Eine Übersicht


Dienstag: "Gazprom" hatte Dienstag früh mit der Umsetzung des Plans der Wiederaufnahme von Gaslieferungen nach Europa begonnen, "und die Ukraine blockiert alle seine Aktivitäten", erklärte der "Gazprom"- Vizechef Alexander Medwedew.



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"Das widerspricht allen tags zuvor unterzeichneten Abkommen", betonte er. Der Konzern habe "keine physikalische Möglichkeit, Transitgas über ukrainisches Territorium zu befördern", und die Ukraine trage die ganze Verantwortung dafür, sagte er.

"Ich habe diese Frage mit Vertretern der Europäischen Kommission besprochen. Sie nennen die Situation Force Majeure", so Medwedew.

Dienstag: Ukraine blockierte Gastransit in Richtung Slowakei

Weiter ging es am Dienstag Nachmittag mit einer ukrainischen Blockade des Gastransits auch in Richtung Slowakei.

"Auf unseren Antrag auf den Transit von 22,2 Millionen Gas durch die Gasmessstationen 'Sudscha' und 'Ushgorod' in die Slowakei, wo zurzeit eine besonders schwere Situation um die Gasversorgung entstanden ist, haben wir von Naftogas Ukrainy die bereits typische Absage erhalten", berichtete Alexander Medwedew.

Das Argument der ukrainischen Seite sei gleich dem bei der Transitblockade in der Balkan-Richtung gewesen. Kiew verlange "irgendwelche langfristige Transitgarantien", so Medwedew.

"Welche Garantien für langfristigen Gastransit können denn angesichts des gültigen Vertrags über den Gastransit bis zum Jahr 2013 und der erst gestern von allen Seiten unterzeichneten Transit-Beobachtungsregeln einmal in Frage kommen?! Für die ganze Welt ist es längst offensichtlich, dass die ukrainische Seite jegliche Ausreden aufgeben und sich mit konkreten Taten befassen", so Gazprom-Vizechef.

Mittwoch: Die Ukraine lehnte am Mittwoch russischen Gastransit-Antrag ab

Die Ukraine hat am Mittwoch den russischen Antrag auf den Gastransit von 76,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag in die Balkanländer und von 22,2 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag – in die Slowakei abgelehnt. Erklärte Premierminister Wladimir Putin beim einem Treffen mit seinen Amtskollegen aus Bulgarien, der Slowakei und Moldawien.

"Wir haben den Gashahn aufgedreht und sind bereit, Gas zu pumpen. Dennoch ist der Gashahn von der ukrainischen Seite zugedreht", sagte Putin. "'Gazprom' hat heute einen weiteren Antrag auf den Transit von 76,6 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag über die Gasmessstationen "Sudscha" und "Orlowka" – in die Balkanländer, einschließlich Bulgarien und Moldawien, und von 22,2 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag über die Gasmessstationen "Sudscha" und "Uschgorod"- in die Slowakei - an den ukrainischen Energieversorger 'Naftogas Ukrainy' gerichtet", so Putin.

Zugleich betonte der russische Regierungschef, die Ukraine habe diesen Vorschlag Moskaus abgelehnt. "Unsere ukrainischen Partner haben sich geweigert, das russische Gas zu transportieren. Darin besteht das Problem", unterstrich Putin.

Donnerstag: Die Ukraine lehnte russischen Gastransit-Antrag erneut ab

Die Ukraine hat am Donnerstag den russischen Gastransit-Antrag erneut abgelehnt. Heute um 02.00 Uhr hatte der russische Gaskonzern "Gazprom" einen weiteren Antrag auf den Gastransit von 99,2 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag über die Gasmessstation "Sudscha" an die Dispatcherverwaltung des ukrainischen Energieversorgers "Naftogas" gerichtet, wobei 13,9 Millionen Kubikmeter Gas davon für Moldawien, weitere 63,1 Millionen Kubikmeter Gas, die über die Gasmessstation "Orlowka" zu pumpen sind, für die Balkanländer und 22,2 Millionen Kubikmeter Gas (über die Gasmessstation "Uschropod") für die Slowakei bestimmt sind.

"Die ukrainische Seite hat sich geweigert, russisches Gas zu befördern, und zwar unter dem Vorwand, dass ein technisches Abkommen über die Bedingungen für die Übergabe/Übernahme von Gas auf den an Russland grenzenden Gasmessstationen im Jahre 2009 nicht vorhanden ist", hieß es in einer Mittelung von "Gazprom".

Freitag: Ukraine verweigert Verhandlungen über Swap-Verträge mit Gazprom

Die Ukraine weigert sich, über die von Gazprom angebotenen "Tauschoperationen" zwecks Gasversorgung Moldawiens und der Slowakei zu verhandeln, teilte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew, der gleichzeitig an der Spitze der Abteilung Gazpromexport steht, am Freitag in einem Telefongespräch mit ausländischen Journalisten mit.

"Es sieht danach aus, als hätte die Ukraine aus politischen Gründen nicht die Absicht zu Verhandlungen über Swap-Verträge", stellte er fest. Die Initiative zur Gasversorgung der Slowakei durch die Ukraine, die ihrerseits die gleiche Gasmenge von Gazprom erhalten würde, hatte am 14. Januar der slowakische Premierminister Mirek Topolanek geäußert. Nach seiner Auffassung könnte es um die Lieferung von 20 Millionen Kubikmeter Gas in sein Land gehen. Gazprom-Chef Alexej Miller stimmte sofort dieser Idee zu und forderte die ukrainische Seite zur Erfüllung dieser Initiative auf. Zugleich informierte er, dass solche Tauschoperationen auch in Bezug auf die Gaslieferungen nach Moldawien möglich wären.

Freitag: Ukraine setzt eigenes Angebot zur Transit-Wiederaufnahme nach Europa außer Kraft

Der Konzern Naftogas Ukrainy (Öl und Gas der Ukraine) will sein eigenes Angebot zum Gastransit nach Europa nicht erfüllen.

Am Vortag hatte Gazprom von Naftogas Ukrainy den Vorschlag zum Transport von 99,2 Millionen Kubikmeter Gas pro Tag durch die Verteilungsstation "Sudscha" (Gebiet Kursk) erhalten. "Gazprom akzeptierte diese Initiative und beantragte seinerseits den Gastransit durch ukrainisches Territorium nach Europa", betonte ein Sprecher.

Heute habe die ukrainische Seite aber den Antrag Gazproms abgelehnt und damit ihr eigenes Angebot so gut wie außer Kraft gesetzt. Kiew habe seinen Schritt durch das ausbleibende Technische Abkommen über die Bedingungen der Gasübergabe auf den russischen und ukrainischen Gasstationen im Jahr 2009 begründet. Dabei sei dies kein Hindernis für die Transit-Wiederaufnahme nach Europa beim guten Willen der ukrainischen Seite, so Gazprom-Sprecher.

Samstag: Gastransit von Ukraine wieder verweigert

Die Ukraine hat sich am Samstag wieder geweigert, russisches Gas durch sein Territorium nach Europa zu befördern.

"Heute um 02.00 Uhr hat Gazprom bei der Vereinigten Dispatcherverwaltung von Naftogas Ukrainy den Transit von 99,2 Millionen Kubikmeter Gas ab 10.00 Uhr durch die Gasverteilungsstation 'Sudscha' beantragt", heißt es im Dokument. 13,9 Millionen Kubikmeter seien für Moldawien, 63,1 Millionen Kubikmeter für die Balkan-Länder und 22,2 Millionen Kubikmeter für die Slowakei bestimmt gewesen. "Wir haben aber wieder eine Absage bekommen", so Gazprom-Mitteilung. [ russland.RU ]


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