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17-01-2009 Ukraine
Russland zum "europäischen" Gastransittarif bereit, wenn Ukraine "europäischen" Gaspreis akzeptiert
Russland ist zum unverzüglichen Übergang zu europäischen Gastransittarifen bereit, wenn die ukrainische Seite den Übergang zur europäischen Formel der Preisgestaltung akzeptiert, sagte der russische Premierminister Wladimir Putin am Samstag in einem Pressegespräch in Dresden.



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"Wir sind bereit, sofort zum zivilisierten Abrechnungssystem zu übergehen: die Ukraine zahlt uns den nach der europäischen Formel kalkulierten europäischen Preis, und wir bezahlen den Gastransit nach dem europäischen Standard", unterstrich er.

Putin verwies darauf, dass Russland für den Gastransit laut dem aktuellen Abkommen mit der Ukraine 1,6 Dollar pro 1000 Kubikmeter pro 100 Kilometer zahle, wobei der europäische Tarif bei schätzungsweise 3,04 Dollar liege.

"Aber für Rumänien beträgt der Preis im ersten Quartal 470 Dollar", ergänzte er. Für die Ukraine sollte der Preis nach der Abnahme des Transittarifs ungefähr 450 Dollar betragen.

Der Regierungschef erinnerte weiter an die jüngste Geschichte der russisch-ukrainischen Gasbeziehungen. "Wir haben der Ukraine – Sie werden gleich lachen – den Gaspreis von 250 Dollar angeboten, aber sie lehnte ihn ab. Auch das Angebot von 285 Dollar mit dem Reexportrecht wurde abgelehnt.

Dabei hatten ukrainische Unternehmer immer um das Reexportrecht gekämpft, denn es ist ein reales Geld – das Gas für 285 Dollar zu kaufen und dann für 470 Dollar abzusetzen." Er warnte aber, dass Russland im neuen Jahr sein Gas ohne Verträge nicht verkaufen werde. Gasprom habe aber immer genug Gas für die Erfüllung seiner internationalen Verpflichtungen geliefert, versicherte der Premier.

In diesem Jahr sei die Situation dadurch belastet worden, dass Russlands Abrechnungen mit mittelasiatischen Ländern zu europäischen Preisen erfolgen. Gasprom kauft das Gas im ersten Quartal im Durchschnitt für 340 Dollar pro 1000 Kubikmeter an. Nach der Beförderung dieses Gases in die Ukraine steige der Preis auf 375-380 Dollar, so Putin.

Er musste einräumen, dass Russland angesichts der entstandenen Situation große politische Verluste tragen müsse. "Der Schaden ist groß, das stimmt. Aber wir haben keine andere Wahl. Die Situation wiederholt sich jedes Jahr, und das schon seit 15 Jahren", stellte der Premier fest. "Jeden Januar bemühen wir uns um die Gaslieferungs- und Transitbedingungen, dann vermeiden unsere Partner das ganze Jahr lang reale Verhandlungen, am Ende des Jahres beginnt leichte Hysterie, die sich dann in die banale Erpressung verwandelt", bedauerte Putin.

"Der politische Schaden hätte geringer sein können, wenn die Situation objektiv bewertet und der Öffentlichkeit in den europäischen Staaten dargestellt gewesen wäre. Solange Sie in Europa behaupten, Russland wäre Schuld, wird die Ukraine nicht die Unterzeichnung von nötigen Dokumenten akzeptieren", warnte er. [ russland.RU ]


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