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13-01-2009 Ukraine
Neuer Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine vorprogrammiert


Die Ukraine wird auch weiterhin das russische Gas, das in den Westen befördert wird, aus der Pipeline abpumpen müssen, sagte der Pressesprecher des Konzerns Naftogas Ukrainy, Valentin Semljanski, in einem Interview für den Rundfunksender "Russischer Nachrichtendienst".




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Die Ukraine habe "weder technische Möglichkeiten noch Reserven, um das Gas aus den Untergrundbehältern zu heben", betonte er. "Wir können nicht das Gas aus den im Westen des Landes liegenden Behältern in den Osten befördern. Damit müssen wir aus technischen Gründen jeden Tag 21 Millionen Kubikmeter Gas abpumpen, das für den Westen bestimmt ist."

"Zurzeit ist es schwer, vom Gasankauf zu sprechen, denn wir kennen nicht den Gaspreis. Damit können wir auch nicht den Transittarif kalkulieren", fügte Semljanski hinzu.

Gasprom-Sprecher Sergej Kuprijanow reagierte darauf: "Wir haben schon mehrmals gesagt, dass die Forderung der Ukraine, ihr jeden Tag kostenlos 21 Millionen Kubikmeter Gas zur Verfügung zu stellen, sowohl der Vernunft als auch dem gültigen Transitvertrag widerspricht. Der Konzern Naftogas Ukrainy muss für eigenen technischen Bedarf entweder eigenes Gas benutzen oder es bei Gasprom oder einem anderen Händler kaufen. Möglich ist auch der Gasankauf bei einem der europäischen Verbraucher des russischen Gases, das durch das ukrainische Territorium transportiert wird."

Präsident Dmitri Medwedew hatte am Vortag gewarnt: "Selbst im Fall der Wiederaufnahme des Gastransits werden wir davon ausgehen, dass wenn die Beobachter die Gasentwendung aus der Pipeline entdecken, dann werden wir die für den Transit bestimmte Gasmenge kürzen. Sollte die Gasentwendung ständig vorkommen, dann kann der Transit wieder eingestellt werden."

„Technische“ Gasentnahme der Ukraine entspricht nicht der weltweiten Praxis

In einem Gespräch erklärte der stellvertretende Generaldirektors des weißrussischen Gastransportunternehmens "Beltransgas", Dmitri Anjuk: " Die Entnahme des russischen Erdgases aus dem Leitungsnetz auf dem ukrainischen Territorium zur Deckung des Technologiebedarfs entspricht nicht der weltweiten Praxis.

Der Streit zwischen Gazprom und Naftogas Ukrainy über die Entnahme des technologischen Gases sieht merkwürdig aus. Weltweit gibt es keine Gastransportgesellschaft, die kostenlos Transitgas für technologische Zwecke entnimmt. Stellen Sie vor: Man bucht ein Taxi, zahlt die auf dem Zähler angegebene Summe und bezahlt auch Benzin!"

Gastransit-Vereinbarung zwischen Ukraine und USA

Das zwischen den USA und der Ukraine am 19. Dezember unterzeichnete Abkommen über die strategische Partnerschaft enthält einen Punkt über den Gastransit durch ukrainisches Gebiet nach Europa, teilte der Vizevorstandschef des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Alexander Medwedew, am Montag in Brüssel mit. Er zweifele daran, dass europäische Länder davon in Kenntnis gesetzt worden seien. "Dass die USA, die kein Gas in Europa fördern und es auch nicht weiterleiten, ein Gastransitabkommen schließen, ruft Erstaunen hervor", sagte er.

Keine Gaslieferung seit Anfang des Jahres

Gazprom hatte am 1. Januar um 10.00 Uhr Moskauer Zeit (08.00 Uhr MEZ), nach Ablauf des Liefervertrages zwischen Russland und der Ukraine und auf Grund des fehlenden Vertrages für das Jahr 2009 die Gaslieferungen in dieses Land eingestellt.

Die ukrainisch-russischen Gasgespräche, die vor dem Jahreswechsel in Moskau geführt worden waren, hatten kein Ergebnis. Russland hatte der Ukraine den günstigen Gaspreis von 250 US-Dollar je 1000 Kubikmeter angeboten (im Jahr 2008 waren es 179,5 US-Dollar). Nach Auffassung der Ukraine sollte der Gaspreis zwischen 200 und 235 US-Dollar je 1000 Kubikmeter liegen. Da Kiew das russische Angebot abgelehnt hat, will Gazprom nun das Gas zum europäischen Preis von 450 US-Dollar in die Ukraine liefern.

Russland hatte der Ukraine vor genau drei Jahren schon einmal zwischenzeitlich den Gashahn zugedreht. Nach über einjährigen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Anpassung des Gaspreises stoppte die Ukraine die Verhandlungen.

Russland war durch Vorgaben der WTO und der EU gezwungen die Gaspreise den Weltmarktpreisen anzupassen. Die Ukraine zahlte bis zum Januar 2006 lediglich einen Bruchteil des Weltmarktpreises, welches zu Wettbewerbsverzerrungen führte.

Nach den Ergebnislosen Verhandlungen stoppte Russland die Gaslieferungen in die Ukraine. Illegale Gasentnahmen aus den Transitleitungen nach Europa durch die Ukraine führten zu einem Druckverlust auf den Transitpipelines der auch die Lieferungen nach Deutschland einschränkte.

Deutschland bezieht mehr als ein Drittel seines Erdgases aus Russland. Rund 80 Prozent der russischen Gasexporte nach Westeuropa laufen durch die Ukraine. Um aus dieser Transitabhängigkeit wegzukommen beschlossen Russland und Deutschland den Bau einer direkten Pipeline durch die Ostsee ohne Transitstaaten. [ russland.RU ]



Beginn der Gaskontrolle


Zuerst sah es aufgrund der Zusätze der Ukraine zum ursprünglichen Abkommenstext nicht danach aus. Doch nun, nach deren Streichung und der zweiten Einigung über das Gaskontrollabkommen sind die EU-Überwacher der Gasleitungen in der Ukraine und Russland vor Ort eingetroffen. Kurzbericht von russland.TV über den Beginn ihrer Arbeit (ca. 2 min.)
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Für Ipod und Iphone etwa 2 min…



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