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24-11-2008 Ukraine
Ukraine: Einwohner von Sewastopol bleiben Gedenktag für Hungeropfer der 1930er Jahre fern
Die meisten Einwohner von Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim haben am Samstag die Teilnahme an einem Gedenktag für die Opfer der Hungersnot der 1930er Jahre in der Ukraine verweigert.



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Am Nachmittag führte die Stadtverwaltung im Zentrum von Sewastopol ein Meeting durch, an dem lediglich Mitarbeiter des Magistrats, ukrainische Matrosen mit Familien und etwa 50 Sicherheitskräfte teilnahmen. In seiner Ansprache rief der Verwaltungschef von Sewastopol, Sergej Kunizyn, auf, "die Tragödie von 1933 nicht zu politisieren, die sowohl die Ukraine als auch Russland als auch Kasachstan betroffen hatte".

Der Befehlshaber der ukrainischen Marine, Admiral Igor Tenjuch, bezeichnete die Hungersnot als "Genozid des ukrainischen Volkes, der vom verbrecherischen Stalin-Regime organisiert wurde". Gegen die Kundgebung protestierten rund 100 Vertreter der örtlichen Organisation der Kommunistischen Partei, die den Stadtbehörden ein "Fälschen der Geschichte" vorwarfen.

Die Hungersnot in den Jahren 1932 und 1933 in der Sowjetunion war eine Folge der Kollektivierungspolitik. Die geografischen Dimensionen der Tragödie zeugen davon, dass das Bauerntum als solches, unabhängig von der Nationalität, zum Objekt dieser Politik wurde.

Die Tragödie erfasste die führenden Getreideregionen der Sowjetunion: Neben der Ukraine waren auch der Mittel- und der Unterlauf der Wolga, der Nordkaukasus, das zentrale Schwarzerdegebiet, die Uralregion, ein Teil Sibiriens und Kasachstans mit insgesamt etwa 50 Millionen Einwohnern betroffen. Landesweit verhungerten sechs bis sieben, allein in der Ukraine 2,9 Millionen bis 3,5 Millionen Menschen.  RIA Novosti  - russland.RU 

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