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03-10-2008 Ukraine
Russland und Ukraine einig über Gasverträge
Im seit Jahren schwelenden Konflikt um Gaspreise haben der russische Ministerpräsident Wladimir Putin und seine ukrainische Kollegin Julia Timoschenko am Donnerstag eine Grundsatzeinigung herbeigeführt. Wie der Kreml mitteilte, unterzeichneten Timoschenko und Putin einen Vorvertrag über die Bedingungen der russischen Gaslieferungen an die Ukraine.



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Auf dieser Grundlage könne ein formelles Abkommen zwischen dem russischen Gasriesen Gazprom und dem Abnehmer Naftogaz zustande kommen, erklärte ein russischer Regierungssprecher. Die Verhandlungen fanden in Putins Residenz bei Moskau statt.

Wie Putin im Laufe der Diskussion unterstrich, soll dieses Dokument zur Basis für ein Abkommen zwischen den Energiekonzernen Gasprom und Naftogas Ukrainy werden, in dem sie "alle Details und Bedingungen der Lieferungen verankern werden." Die Seiten haben sich geeinigt , dass zwischen Gasprom und Naftogas Ukrainy am 1. Januar 2009 "direkte langfristige Beziehungen im Kontext der Gaslieferungen in dem Umfang entstehen sollen, der den Bedarf der ukrainischen Verbraucher decken soll", präzisierte ihrerseits Timoschenko.

Der Übergang zu den Marktpreisen für russisches Erdgas sowie für den Gastransit durch ukrainisches Territorium werde voraussichtlich drei Jahre in Anspruch nehmen, fügte sie hinzu.

Gegenwärtig wird Gas aus Russland vom Joint Venture RosUkrEnergo bezogen, das auf Paritätsgrundlage zwischen Gazprom und zwei natürlichen Personen gegründet wurde. Daraufhin verkauft RosUkrEnergo Gas an Naftogas. 2008 soll die Ukraine mindestens 55 Milliarden Kubikmeter Gas abnehmen, größtenteils zentralasiatischen Ursprungs, zu einem Preis von 179,5 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Das Gas wird an der Grenze zur Ukraine von Naftogas gekauft.

2007 hatte die Ukraine Gas zu einem Preis von 130 Dollar und ein Jahr zuvor zu einem Preis von 95 Dollar pro 1000 Kubikmeter bezogen. Gazprom-Vorstandschef Alexej Miller schloss vor kurzem nicht aus, dass die Gaspreise für die Ukraine im kommenden Jahr auf europäisches Niveau von über 400 Dollar steigen. Er erklärte das mit der Absicht der Gasförderer in Zentralasien, sich im Gashandel auf europäische Preise umzustellen. Am 29. September teilte Miller mit, dass russisches Gas für Europa ab Oktober bereits mehr als 500 Dollar kosten wird.

Früher hatte die Ukraine Gas zu Vorzugsbedingungen erhalten, die Umstellung ging mit erheblichen Spannungen einher. Im Januar 2006 wurden wegen des Gasstreits kurzzeitig auch die Gaslieferungen nach Westeuropa gestoppt, die über die Ukraine abgewickelt werden.

Russland wird seine Verpflichtungen zur Gasversorgung verschiedener Länder unabhängig vom Zustand des ukrainischen Gastransportsystems erfüllen, sagte Putin auf der gemeinsamen Pressekonferenz mit Timoschenko in Nowo-Ogarjowo. "Unsere Kapazitäten sind für die Lieferung von zusätzlichen Gasmengen geeignet", versicherte er. Timoschenko sagte ihrerseits, die Ukraine habe sich zum problemlosen Gastransit aus Russland nach Europa verpflichtet. [ russland.RU ]

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