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10-06-2008 Ukraine
Russisches Außenministerium: Ukaraine nutzt historisches Datum für Verfeindung mit Russland
Das russische Außenministerium ist über die in der Ukraine laufenden Vorbereitungen für die Feierlichkeiten anlässlich der 350. Wiederkehr der Schlacht von Konotop befremdet. Am 29. Juni 1659 versetzten der Kosakenhetman Iwan Wygowski mit seinem 25 000-Mann-Heer, der Krim-Khan Mechmed IV.

Girej mit seinen 30 000 Kriegern und die von Andrzej Potocki angeführte 4000 Mann starke polnische Formation der russischen Heeresabteilung von Fürst Alexej Trubezkoi eine Niederlage. In einem Kommentar äußert das russische Außenministerium sein Befremden und Bedauern über die Beharrlichkeit mancher Kräfte in der Ukraine, „die heute versuchen, in der gemeinsamen und tatsächlich komplizierten und mitunter auch widersprüchlichen russisch-ukrainischen Geschichte Ereignisse und Personen herauszufinden, die nur durch ihre feindliche Ausrichtung bzw. Einstellung gegen Moskau, gegen Russland und gegen die Russen auffallen“.

Zu diesem Zweck würden manchmal Namen und Taten auf den Schild gehoben, deren man sich in einer anderen Situation eher schämen würde, heißt es.

„Dazu zählt auch die blutige Schlacht wegen des wiederholten Verrates eines Hetmans. Unter diesen Verhältnissen bleibt uns nichts Anderes übrig, als auf die Weisheit des ukrainischen Volkes zu bauen, das sich nicht in eine gekünstelte, erdachte Konfrontation mit Russland hineinziehen lässt. Spiele mit der Geschichte, insbesondere vor einem nationalistischen Hintergrund, haben noch nie zu etwas Gutem geführt“, so der Kommentar.

Darin wird erläutert, dass Fürst Alexej Trubezkoi bei der Schlacht von Konotop gegen das Heer, das sich aus Krimtataren, Kosaken und Polen zusammensetzte, empfindliche Verluste hinnehmen musste, aber nicht zerschlagen wurde. Er sah sich gezwungen, sich nach Putiwl zurückzuziehen.

Der Feldzug von Trubezkoi war von der Notwendigkeit diktiert worden, den Plänen von Hetman Wygowski entgegenzuwirken, der den eigenen Treueschwur gegenüber Moskau gebrochen hatte und einen Teil der ukrainischen Territorien unter dem Namen Russisches Großfürstentum der Rzecz Pospolita anzuschließen suchte.

Die Feierlichkeiten sind Anfang Juli 2009 in der Stadt Konotop, Gebiet Sumy, vorgesehen.

Der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko hat im März 2008 die Regierung beauftragt, das Vorbereitungskomitee zu bilden, einen Dokumentarfilm über dieses historische Ereignis zu drehen und eine Gedenkstätte zu bauen sowie eine Reihe von kulturellen und wissenschaftlichen Veranstaltungen aus diesem Anlass durchzuführen.

Die Abgeordneten des Obersten Rates des autonomen Gebietes Krim ersuchten den ukrainischen Präsidenten, die Feierlichkeiten wegen des zwielichtigen historischen Anlasses abzusagen. Sie baten den Staatschef auch, alle Anstrengungen darauf zu richten, „die Angelegenheiten zu regeln, die die Brudervölker Russlands und der Ukraine einander näher bringen und nicht voneinander trennen“. RIA Novosti

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