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28-05-2008 Ukraine
Juschtschenko: Hungersnot in Ukraine war geplante Aktion
Die Hungersnot von 1932-1933 in der Ukraine war „ein Genozid gegen das ukrainische Volk, der vom totalitären Regime wissentlich geplant worden war“. Das sagte der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko in Ottawa. Seine Worte wurden vom Pressedienst des ukrainischen Präsidenten zitiert.

Juschtschenko hält sich zu einem dreitägigen Besuch in Kanada auf, wo jetzt die internationale Aktion „Nichterlöschende Kerze“ zum Gedenken an die Opfer der Hungertragödie stattfindet.

„Somit hat die kommunistische Macht faktisch versucht, die Möglichkeit der Wiedergeburt der Ukraine als eines unabhängigen Staates für immer auszuschließen“, sagte Juschtschenko.

Nach Schätzungen von Geschichtsforschern seien in einem knappen Jahr zehn Millionen Ukrainer „an dem künstlich organisierten Hunger“ gestorben, fuhr der ukrainische Staatschef fort. „Die Hungersnot in der Ukraine fällt unter den Begriff Genozid, der in der UN-Resolution von 1946 enthalten ist“, sagte Juschtschenko.

„Wir glauben daran, dass im Jahr 2008, wo die Weltgemeinschaft zusammen mit uns den 75. Jahrestag der ukrainischen Tragödie begeht, auch die UN-Vollversammlung ein gewichtiges Wort der Wahrheit über den Hungertod sagen wird“, so der ukrainische Präsident.

Juschtschenko dankte dem Senat Kanadas, der im Jahre 2003 eine Resolution mit dem an die Regierung gerichteten Appell gebilligt hatte, die Hungersnot in der Ukraine als Genozidakt anzuerkennen.

Die Gedenkaktion fand auf dem Platz vor dem kanadischen Parlament statt. Daran nahmen der Vorsitzende des Kongresses der kanadischen Ukrainer, Pawel Grod, der kanadische Kulturminister Jason Kenny sowie kanadische Parlamentarier und Diplomaten wie auch Angehörige der ukrainischen Gemeinschaft teil. Sie gedachten der Opfer der Hungertragödie mit einer Schweigeminute.

Die Hungerplage von 1932-1933 hatte laut einigen ukrainischen Geschichtsforschern sieben Millionen bis zehn Millionen Menschenleben gefordert. Nach Schätzungen russischer Wissenschaftler waren in den Jahren 1932 und 1933 die wichtigsten Getreideregionen der UdSSR - die Ukraine, der Nordkaukasus, die Gebiete am Unterlauf und am Mittellauf der Wolga, ein bedeutender Teil des zentralen Schwarzerdegebietes sowie Kasachstan, Westsibirien und der Südural von einer Hungersnot erfasst.

Nach unterschiedlichen Angaben starben sieben Millionen bis acht Millionen Menschen, darunter drei Millionen bis 3,5 Millionen in der Ukraine, den Hungertod. Die ukrainischen Behörden bestehen darauf, dass diese Ereignisse als Genozid gegen das ukrainische Volk anerkannt werden sollen.

Die Hungersnot Anfang der 30er Jahre wurde bereits von den Parlamenten von 14 Ländern als Genozid gegen das ukrainische Volk anerkannt. RIA Novosti

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