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27-02-2008 Ukraine
Russland droht Ukraine erneut mit Drosselung von Gaslieferungen
Russland hat der Ukraine erneut mit einer Drosselung der Gaslieferungen gedroht. Sollte die Ukraine einen jüngst mit dem Gazprom-Konzern geschlossenen Vertrag über Erdgas-Lieferungen nicht bis kommenden Montag unterzeichnen, würden die Lieferungen um 25 Prozent gekürzt, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow am Dienstag im russischen Fernsehsender Pjerwij Kanal.

Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Viktor Juschtschenko hatten vor rund zwei Wochen eine Grundsatzvereinbarung über die Beilegung des jüngsten Gasstreits zwischen beiden Ländern verkündet. Die Vereinbarung ist bisher aber noch nicht unterzeichnet worden.

Laut der Vereinbarung erklärte Kiew sich bereit, die vom staatlichen Energiekonzern Gazprom geforderte Summe von einer Milliarde Euro zu zahlen. Im Gegenzug wurde eine neue Grundlage für die Zusammenarbeit bei den Gaslieferungen vereinbart. Gazprom hatte auch damals zuvor eine Frist für die Zahlung gesetzt und andernfalls mit einem kompletten Lieferstopp gedroht.

bei russland.RU
In einem Schwerpunkt über die Nordeuropäische Gaspipeline hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...


Droht Gazprom tatsächlich den Europäern?


In einem Schwerpunkt über den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...


"Das darf nicht länger anhalten. Wenn die vorhandenen Probleme nicht gelöst werden, wird Gazprom die Gaslieferung an die Ukraine zum 3. März um 25 Prozent drosseln", sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow vor der Presse. Am 14. Februar habe Russland den ukrainischen Kollegen entsprechende Dokumente zur Prüfung und Unterzeichnung vorgelegt. Die Antwort bleibe bislang aus, die Dokumente seien nicht unterschrieben.

Kuprijanow zufolge habe die Ukraine bereits 1,9 Milliarden Kubikmeter russischen Gases abgezapft und dafür nicht verrechnet.

Die ukrainische Wirtschaft, die größtenteils aus Schwerindustrie besteht, ist dabei auf Gas angewiesen, das ausschließlich über russisches Territorium geliefert wird. Drei Viertel seines Gasbedarfs deckt das Land mit Gas aus Turkmenistan, ein Viertel kommt aus Russland.

Russland hatte der Ukraine vor rund zwei Jahren schon einmal zwischenzeitlich den Gashahn zugedreht. Nach über einjährigen Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Anpassung des Gaspreises stoppte die Ukraine die Verhandlungen.

Russland war durch Vorgaben der WTO und der EU gezwungen die Gaspreise den Weltmarktpreisen anzupassen. Die Ukraine zahlt bis zum Januar 2006 lediglich einen Bruchteil des Weltmarktpreises, welches zu Wettbewerbsverzerrungen führte.

Nach den Ergebnislosen Verhandlungen stoppte Russland die Gaslieferungen in die Ukraine. Illegale Gasentnahmen aus den Transitleitungen nach Europa durch die Ukraine führten zu einem Druckverlust auf den Transitpipelines der auch die Lieferungen nach Deutschland einschränkte.

Deutschland bezieht mehr als ein Drittel seines Erdgases aus Russland. Rund 80 Prozent der russischen Gasexporte nach Westeuropa laufen durch die Ukraine. Um aus dieser Transitabhängigkeit wegzukommen beschlossen Russland und Deutschland den Bau einer direkten Pipeline durch die Ostsee ohne Transitstaaten. [ russland.RU ]

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