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21-02-2008 Ukraine
Ukraine will Neuanfang im Gashandel mit Russland
Die Ukraine schlägt neue, für Gazprom ungünstige Bedingungen zur Bezahlung der Gasschulden vor, berichtete das russische Nachrichtenportal „Gazeta.Ru“ am gestrigen Dienstag. Russland wird seine Zustimmung geben müssen, um die internationalen Beziehungen vor der Präsidentschaftswahl nicht zuzuspitzen. Doch wird die Ukraine nicht mehr lange als Transitland in Frage kommen.



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Die ukrainische Seite weigert sich, Gasprom die Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar bis zum 1. April zu bezahlen und Gas in Vorkasse zu kaufen. Im Austausch bietet die ukrainische Naftogas dem russischen Energieriesen an, sich an unterirdischen Gasspeichern in der Ukraine zu beteiligen.

"Es ist für die Ukraine günstiger, die Schulden 'in natura' zu begleichen, als Geld dafür auszugeben. Auf diese Weise spart die ukrainische Seite ihr Geld und gewährt Gazprom keinen endgültigen Zugang zu ihrem Gasverteilungssystem, womit der russische Monopolist rechnet", erläutert Alexander Schatilow, Experte des Zentrums für politische Konjunktur.

"Wie verlautet, beabsichtigt Gazprom nicht, das Abkommen in dieser Fassung zu unterzeichnen, aber der russische Monopolist ist sehr stark an folgender Entwicklung interessiert: Der Zugang zu den ukrainischen Gaslagern wird der erste Schritt von Gazprom bei der Expansion in die Ukraine sein." Der Experte erinnert daran, dass russische Unternehmen bereits seit langem den gegenseitigen Austausch von Beteiligungen praktizieren. "Das geschieht hauptsächlich in Europa, doch ist die Ukraine für uns sogar wichtiger als die EU-Länder, weil es sich um ein Transitland handelt", sagt Schatilow. "Die jetzige Weigerung von Gazprom ist lediglich ein Element des Feilschens, eine Business-Position, ein Versuch, 'aus dem Opponenten das Maximum herauszuschlagen'."

"Die Ukraine nutzt ihre Transitlage und spürt Europa hinter ihrem Rücken", erläutert der Politologe. Seinen Worten zufolge kann sich Russland vor den Wahlen eine Zuspitzung der Lage nicht leisten. "Die ukrainische Seite erlaubt es sich, bei den Verhandlungen Härte zu zeigen, sie verstößt selbst gegen die früher erzielten Vereinbarungen", sagt Schatilow. "Russland wird wahrscheinlich Zugeständnisse machen müssen."

Wie jedoch die Branchenbeobachter betonen, wird die Ukraine nicht mehr lange Erleichterungen fordern können. Nach der Inbetriebnahme der beiden wichtigsten Gazprom-Projekte - Nord Stream und South Stream - wird die Ukraine als Transitland rapide an Gewicht verlieren. Experten weisen hin, dass die Ukraine in nächster Zukunft sowieso Gas nach Weltpreisen bezahlen muss, wobei Gazprom die jetzigen eventuellen Verluste ausgleichen wird.  RIA Novosti 

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