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16-02-2008 Ukraine
Happy-End im Gaskrieg zwischen Russland und Ukraine?
Gasprom und die Naftogas Ukrainy haben ein neues Abkommen über Gaslieferungen an die Ukraine nicht bestätigen können. Die Verhandlungen sind abermals aufgeschoben und in den Zuständigkeitsbereich der Vizechefs beider Konzerne verschoben worden. Die Ukraine hat erneut Ultimaten gesetzt bekommen. Das neue Lieferungsschema muss demnach bis zum 1. April erstellt und die Schulden in Höhe von eine Milliarde Dollar bis zum 14. März getilgt werden.



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Andernfalls droht wiederholt eine Drosselung der Gaslieferungen an die Ukraine.

Die Verhandlungen ziehen sich in die Länge. "Die ukrainische Seite hat sich eine Pause bis nächste Woche genommen, um alles sorgfältig durchzurechnen", erläutert Sergej Kuprijanow von Gasprom.

Am Dienstag erklärten Wladimir Putin und der ukrainische Präsident Viktor Juschtschenko, der Gaskonflikt sei überwunden worden. Bei Gasprom wurde das Schema erläutert: Der Monopolist gründet demnächst zwei Joint Ventures mit Naftogas, die die jetzigen Zwischenhändler Rosukrenergo und Ukrgas-Energo ersetzen. Allerdings verkündete Juschtschenko nach seiner Rückkehr in Kiew: "Bis Jahresende werden auf dem Markt de jure jene Strukturen erhalten bleiben, die heute Verträge haben." Der Pressedienst wurde von Naftogas bestätigt, dass der Termin zur Gründung der neuen Joint Ventures noch nicht feststehe, der Prozess "kann bis zum Jahresende dauern". Bei Gasprom aber wurden kürzere Fristen - bis zu zwei Wochen - genannt. Das neue Abkommen mit Naftogas hätte gestern unterzeichnet werden sollen.

Laut den am Dienstag bekannt gegebenen Vereinbarungen wird Naftogas seit Jahresbeginn laut Direktvertrag mit Rosukrenergo unter Umgehung von Ukrgas-Energo erhaltenes Gas zum Preis von 179,5 Dollar pro 1000 Kubikmeter bezahlen (der Preis auf dem Inlandsmarkt beträgt 240 Dollar pro 1000 Kubikmeter). Wladimir Putin hat gestern jedoch erklärt: "Wir bestehen darauf, dass die ab Jahresbeginn gelieferte Gasmenge an die Ukraine nicht nach zentralasiatischen Gaspreisen, sondern nach russischen (laut Abkommen 320 Dollar pro 1000 Kubikmeter) bezahlt wird."

Gasprom verlangt die Bezahlung der Schulden bis zum 14. März, widrigenfalls wird der russische Monopolist binnen einer Woche erneut einen Lieferstopp erwägen. Wassili Kisseljow, ukrainischer Abgeordneter und Mitglied einer Sonderkommission zur Überwachung des Gasmarkts, ist der Ansicht, dass die im Kreml erzielten Vereinbarungen noch "aufgrund des Amtsschimmels im Papiermeer untergehen werden können". In diesem Fall wird bis 2011 das Abkommen vom 6. Januar 2006 nach dem alten Schema gültig sein. Valeri Nesterow von "Troika Dialog" fügt hinzu: Selbst bei einer erfolgreichen Einführung des neuen Schemas werde es angesichts der politischen Instabilität in der Ukraine wohl kaum lange wirksam bleiben."  RIA Novosti 

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