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01-12-2004 Ukraine
Primakow: Hinter vielen Ereignissen in der Ukraine steht der Westen
Der Vorsitzende der Industrie- und Handelskammer Russslands, Jewgeni Primakow, meint, dass hinter vielen Ereignissen in der Ukraine der Westen steht. In einem RIA-Nowosti-Gespräch nannte Primakow die Position jener „unüberlegt", die die Meinung bezüglich der Präsidentschaftswahlen im östlichen Teil der Ukraine nicht berücksichtigen.

„Jenen Teil der Ukraine, der über 79 Prozent des Bruttoinlandsprodukts produziert, berücksichtigen jene in ihren Schlussfolgerungen nicht, die die Gerechtigkeit beanspruchen", meint er.

„Mir scheint, dass dies eine unüberlegte Position ist, die leider durch den Westen unterstützt wird", sagte Primakow.

Seiner Meinung nach versteht jener nicht, der an diesem Standpunkt festhält, dass eine solche Position „nicht nur zu einer Spaltung der Ukraine führen, sondern sich auch auf Russland negativ auswirken kann".

„Zugleich verstärken sich die Meinungsverschiedenheiten zwischen Russland und dem Westen. Wer braucht das?", fügte er hinzu.

Primakow betonte auch, dass er keine Parallelen zwischen den Ereignissen der 90er Jahre in Jugoslawien und den heutigen Ereignissen in der Ukraine ziehen möchte.

Seiner Meinung nach war der Zerfall Jugoslawiens hauptsächlich deshalb erfolgt, weil 1990 die Wahlen stattgefunden hatten, bei denen der Bund der Kommunisten Jugoslawiens in Slowenien, Kroatien, Bosnien und Mazedonien eine Niederlage erlitten hatte.

„Diese vier Republiken waren bereit gewesen, aus dem Bestand Jugoslawiens unter Flaggen anderer Parteien auszutreten", betonte Primakow. „Der Bund der Kommunisten Jugoslawiens hatte seine Positionen in Serbien und Montenegro behalten". Das war eine Ursache des „ideologischen Herangehens" an Slobodan Milosevic gewesen, meint er.

Ein anderes Unterscheidungsmerkmal der Ereignisse in Jugoslawien war das, dass in Jugoslawien die Spaltung des Staates erfolgte, der nicht auf der Grundlage eines einheitlichen Volkes gebildet worden war.

„In der Ukraine vollziehen sich vollkommen andere Prozesse", betonte er.

Am Dienstag trat Primakow als Zeuge der Verteidigung auf dem Prozess gegen Slobodan Milosevic auf, der im Internationalen Tribunal für ehemaliges Jugoslawien stattfindet. (RIA)

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