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01-12-2004 Ukraine
Spaltung der Ukraine wird zu Spaltung zwischen Russland und dem Westen führen
Alexander Rahr, Programmdirektor der Körber-Arbeitsstelle Russland/GUS der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, hat die Spaltung der Ukraine in den westlichen und den östlichen Teil als eine mögliche Variante der Entwicklung im Lande analysiert.

Sein Beitrag wurde am Dienstag in der "Nesawissimaja Gaseta" abgedruckt.

Eine solche Wende könnte eine Spaltung zwischen Russland und dem Westen als Ganzes zur Folge haben. Es bestehe die Gefahr, dass in östlichen Gebieten der Ukraine ein Staatsgebilde nach dem Beispiel der Dnestlandes (einer nicht anerkannten Republik auf dem Territorium Moldawiens) oder ein Quasi-Staat wie Abchasien (nicht anerkannte Republik auf dem Territorium Georgiens) entstehen könnte, schreibt der Politologe. Solche Staaten könnten als „schwarze Löcher" bezeichnet werden: Ökonomisch gesehen existierten sie, würden aber von der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt. Sollte ein solches „schwarzes Loch" im Osten der Ukraine entstehen, werde es in vieler Hinsicht von Russland abhängen. Die Westukraine werde die ökonomische Unterstützung östlicher Gebiete einbüßen wie auch Ressourcen und Geldmittel verlieren, die immer vom Osten des Landes geflossen seien. In diesem Fall werde die Westukraine eine Bürde für den Westen - die Europäische Union (EU) und die USA - werden. Die Westukraine werde ein überaus schwacher Staat sein, betont Rahr.

Russland habe die Politik des Westens gegenüber der Ukraine unterschätzt. Es gehe um dessen Wunsch und Möglichkeiten, sich in den ukrainischen Konflikt einzumischen. Die russische Diplomatie sei allem Anschein nach davon ausgegangen, dass die Europäische Union, die OSZE und die Vereinigten Staaten genau so verfahren würden, wie sie sich gegenüber der Wahlkampagnen in Zentralasien und Transkaukasien verhalten hätten. Das heißt, dass sie die Wahlen kritisieren, sich aber nicht einmischen würden.
bei russland.RU
Schwerpunkt – Ukraine


Über dieses Thema wird im Russland - Politikforum diskutiert - Gefährliches Zündeln in der Ukraine
Aber im Fall der Ukraine sei der Westen überaus aktiv in den Streit eingestiegen, höchstwahrscheinlich aus Angst davor, dass Russland mit Hilfe der Ukraine mit der Wiederherstellung des einstigen Reichs beginnen werde.

Der Westen und Russland begrüßten eine Neuabstimmung in der Ukraine. Putin habe dieser Entwicklung beim jüngsten EU-Russland-Gipfel im Grunde genommen zugestimmt, damit sich die Beziehungen (Russlands) zur Europäischen Union und zu Amerika nicht vollständig verschlechterten. Aber auch in diesem Fall werde es sowohl im Westen als auch im Osten Fälschungen geben. Der Westen werde sich stark auf der Seite des Oppositionsführers engagieren. Und Russland werde anscheinend nicht umhinkönnen, den Kandidaten von der Macht zu unterstützen. Mit anderen Worten könnten sich die Ergebnisse dieser Neuwahl kaum vom Resultat vom 21. November unterscheiden. Das werde seinerseits die ohnehin schon komplizierten Beziehungen zwischen Russland und der EU noch mehr verschärfen. Natürlich bleibe die Energieallianz. Aber die Europäische Union und Russland rutschten immer mehr zu einer geopolitischen Konfrontation - zuerst in Moldawien, dann in Georgien und jetzt in der Ukraine.

Der Kampf um die Ukraine erlange immer mehr klare Umrisse des Kampfes zwischen zwei Konzepten Europas im 21. Jahrhundert, schlussfolgert Rahr. (RIA)

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