russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


16-01-2008 Ukraine
Russland zieht Radare aus der Ukraine ab
Das russische Verteidigungsministerium hat laut Angaben von Quellen der Zeitung "Kommersant" beschlossen, die Pacht von zwei Radarstationen bei den ukrainischen Städten Sewastopol und Mukatschewo endgültig zu beenden. Stattdessen wird eine neue, nahe der südrussischen Stadt Armawir gebaute Frühwarnstation für Raketenstarts in Betrieb genommen. Kiew hofft jedoch auf die Verlängerung und Erhöhung der Pacht.



Werbung


In den beiden letzten Jahren misstraute Russlands Verteidigungsministerium den käuflichen Angaben der ukrainischen Stationen. "2005 wurden die Radarstationen in Sewastopol und Mukatschewo aus der Zuständigkeit des ukrainischen Militäramtes genommen und an die Raumfahrtbehörde der Ukraine übergeben. Dort wurden neue Mitarbeiter eingestellt, die den Betrieb der Station im Grunde erst erlernen mussten", erläuterte eine Quelle im russischen Verteidigungsministerium. Gleichzeitig mit der Übergabe der Radarstationen an die Nationale Raumfahrtbehörde der Ukraine erhöhte Kiew die Pacht für die Radare von 840 000 auf 1,3 Millionen Dollar im Jahr. Die Radarstationen "Dnjepr" bei Sewastopol und Mukatschewo wurden 1979 ihrer Bestimmung übergeben. Beim Zerfall der UdSSR blieben die Stationen im Eigentum der Ukraine. 1992 wurde ein Regierungsvertrag über die Pacht der Stationen für 15 Jahre unterzeichnet. Die ukrainischen Stationen lassen den Start von Raketen sowie Flugobjekte in einer Entfernung von bis zu 4000 Kilometer orten. In ihrem Beobachtungsfeld liegen Südeuropa, Nordafrika und Naher Osten. Die ukrainische Raumfahrtbehörde schlug Russland im vorigen Jahr vor, die Stationen zwecks Verlängerung ihrer Betriebsdauer zu modernisieren; zugleich sollte die Jahrespacht auf rund drei Millionen Dollar erhöht werden. Doch die russische Seite benachrichtigte Kiew bereits im Juli über die Absicht, aus dem Regierungsvertrag über das Raketenfrühwarnsystem auszutreten. Russland nutzt in Armawir bereits die Radarstation "Woronesch-DM", die im Dezimeterbereich arbeitet (gebaut ab Mai 2006). Der erste Probelauf erfolgte im Dezember vergangenen Jahres. Die Station soll das Territorium von Nordafrika bis China, darunter die Atomwaffenstaaten Iran, Pakistan und Indien, unter Beobachtung nehmen. Die Ortungsentfernung von Zielen beträgt 4200 Kilometer und kann auf 6000 Kilometer erhöht werden. Allerdings hat Russland laut Angaben aus der Ukraine "mit der Inbetriebnahme der Station von Armawir Probleme". Das Verteidigungsministerium plant, in Russland insgesamt fünf bis sechs Stationen vom Typ "Woronesch-DM" aufzustellen und künftig auf alle ausländischen Radarstationen zu verzichten. Das bezieht sich nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf Aserbaidschan, Weißrussland und Kasachstan. RIA Novosti 

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013