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03-10-2007 Ukraine
Russland wieder im Gasstreit mit der Ukraine - Gazprom droht Ukraine wegen Schulden mit Stopp von Gaslieferungen
Der russische Energieriese Gazprom hat der Ukraine wegen ausstehender Schulden mit der Reduzierung seiner Erdgaslieferungen gedroht. Vor dem Spitzenverbrauch im Herbst und Winter und angesichts der fortgesetzten Missachtung bestehender Verträge durch die ukrainische Seite werde Gazprom zu diesem Schritt gezwungen sein, sollten die die Schulden nicht im Oktober zurückgezahlt werden, erklärte der Konzern am Dienstag.



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Die staatliche ukrainische Gasgesellschaft Naftogaz zeigte sich "überrascht" über die von Gazprom genannte Schuldensumme von 1,3 Milliarden Dollar. Die EU-Kommission rief beide Seiten zu einer raschen Regelung auf.
bei russland.RU
In einem Schwerpunkt über die Nordeuropäische Gaspipeline hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...


Droht Gazprom tatsächlich den Europäern?


In einem Schwerpunkt über den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...



Naftogaz-Sprecher Olexi Fjodorow erklärte, der von Gazprom genannte Schuldenstand bedürfe einer Überprüfung. Sobald dies geleistet sei, werde Naftogaz seine Position bestimmen. Ein ukrainischer Politikberater vermutete, mit der Ankündigung aus Moskau solle die Regierungsbildung in Kiew beeinflusst werden, wo sich pro-russische und pro-westliche Kräfte seit Jahren unversöhnlich gegenüberstehen. "Höchstwahrscheinlich" wolle Moskau der pro-westlichen Bewerberin für das Amt des Regierungschefs, Julia Timoschenko, schon im Voraus klarmachen, was auf sie zukommen könne.

Nach der Auszählung von mehr als 98 Prozent der am Sonntag bei der Parlamentswahl abgegeben Stimmen lag Timoschenkos pro-westliches Bündnis mit der Partei von Präsident Viktor Juschtschenko mit 45,13 Prozent knapp vor einer möglichen Koalition unter der Führung des pro-russischen Regierungschefs Viktor Janukowitsch mit 43,47 Prozent.

Da vier Fünftel der russischen Gaslieferungen für Westeuropa durch die Pipelines in der Ukraine fließen, könnten auch die Verbraucher in Deutschland von einem Lieferstopp betroffen sein. Ein langes Tauziehen um die Lieferungen hatte es bereits im Januar 2006 gegeben.

Im Rahmen der WTO-Verhandlungen wurde von Russland verlangt seine Gaspreise den Weltmarktpreisen anzugleichen. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit der Ukraine stellte Russland den Gasexport, nachdem die Ukraine sich auf keine Erhöhung der Preise einließ, ein.

Illegale Gasentnahmen durch die Ukraine aus den Transitpipelines nach Europa führten zu einem kurzfristigen Druckverlust auf den Leitungen.

Anschließend hatte Gazprom einen wesentlich höheren Gaspreis, der in etwa 50% des Weltmarktpreises entspricht, durchgesetzt. Der derzeitige Liefervertrag läuft im Januar 2008 aus.


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