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02-10-2007 Ukraine
Experten: Ukraine fördert eigene Wirtschaft auf Kosten von Russland
Die Ukraine nutzt laut russischen Experten die Gelder, mit denen sie eigentlich ihre Schulden für russische Gaslieferungen begleichen sollte, um eigene Wirtschaft zu unterstützen. Obwohl die ukrainische Wirtschaft steile Wachstumsraten aufweist, geht die Verschuldung der Ukraine gegenüber Russland bereits in Milliardenhöhe, konstatierte Tatjana Mitrowa, Direktorin des Zentrums für Energiemarkt-Studien.




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„Das ist nicht normal. Die Ukraine muss offene Rechnungen begleichen“, urteilte sie.

Die ukrainischen Verschuldung liege bereits bei 1,3 Milliarden Dollar, sagte die Expertin. „Das bedeutet, dass die Ukraine bei einem Gaspreis von 130 US-Dollar je tausend Kubikmeter mehr als zehn Milliarden Kubikmeter oder rund 15 Prozent der Gesamtlieferungen nicht bezahlt hat.“ Das sei mehr, als der Jahresverbrauch Polens.

Ausbleibende Zahlungen gefährden die Energiesicherheit der Region und können die Gaslieferungen an Europa beeinträchtigen, sagte Mitrowa. Das würde die Zuverlässigkeit der Ukraine als Transitland für russisches Erdgas erneut in Frage stellen, sagte die Expertin.

Ihr pflichtete Leonid Grigorjew, Präsident des Instituts für Energie und Finanzen, bei. Die ukrainische Wirtschaft habe sich in den vergangenen zwei Jahren zügig entwickelt, was unter anderem auf niedrigere Erdgaskosten zurückzuführen sei, sagte Grigorjew. Nach seinen Schätzungen hat die Ukraine rund ein Fünftel der gesamten Gasimporte aus Russland nicht bezahlt.

Am heutigen Dienstag hatte Gasprom der Ukraine eine Drosselung der Gaslieferungen in Aussicht gestellt, sollte die ukrainische Seite ihre Schulden in Höhe von 1,3 Milliarden Dollar in diesem Oktober nicht begleichen.

Gasprom setzte nach eigenen Angaben bereits seine europäischen Kunden darüber in Kenntnis. Gasprom warf der Ukraine eine „systematische Verletzung“ der Gasverträge vor. „Die russische Seite kommt ihren Verpflichtungen strikt nach“, hieß es aus dem Presseamt des russischen Konzerns. Gasprom habe die Ukraine mehrmals zur Begleichung der Schulden ermahnt. Eine Reaktion aus Kiew bleibe jedoch aus.

„Der für 2007 vereinbarte Gaspreis entspricht voll und ganz der Zahlungsfähigkeit der Ukraine“, hieß es. „Gasprom rechnet mit einer konstruktiven Lösung des Problems und wird alles nur Mögliche tun, um seine Exportverpflichtungen im vollen Umfang zu erfüllen.“

Der Streit um den Gaspreis zwischen Gasprom und der Ukraine hatte beim Jahreswechsel 2005/2006 zu Unterbrechungen der Lieferungen geführt und die Gasexporte nach Westeuropa kurzfristig beeinträchtigt.

Der russische Gaslieferant Gasprom erhöhte 2006 den Gaspreis für die Ukraine auf 230 US-Dollar je tausend Kubikmeter. Doch der tatsächliche Preis betrug nur 95 Dollar, weil der Zwischenhändler RosUkrEnergo russisches Erdgas mit billigerem aus Zentralasien vermischte.

Seit Jahresbeginn zahlt die Ukraine bereits 130 Dollar je 1000 Kubikmeter, nachdem Turkmenien den Gaspreis erhöht hat. 2008 erwartet die ukrainische Regierung eine Preissteigerung auf 143 Dollar. Laut inoffiziellen Angaben soll der Preis auf 180 Dollar je 1000 Kubikmeter steigen. [ria-novosti]

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