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28-09-2007 Ukraine
Russland und Turkmenistan einigen sich auf Gaspreis - Ukraine muss draufzahlen
Russland und Turkmenistan werden in Bezug auf den Gaspreis einen Kompromiss finden, doch wird die Ukraine kaum um eine Erhöhung herumkommen, glauben Experten. Wie es inoffiziell heißt, will Turkmenistan seinen Gaspreis ab 1. Januar auf 150 US-Dollar anheben.



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Damit würde Aschchabad von dem Vertrag abrücken, den Gasprom-Chef Alexej Miller im vergangenen Jahr mit dem inzwischen verstorbenen Präsidenten Nijasow für den Zeitraum 2006 - 2009 unterschrieben hat. Danach sollten 162 Milliarden Kubikmeter Gas zu einem Preis von 100 US-Dollar geliefert werden. Die Ukraine nimmt das gesamte turkmenische Gas über das Mittlerunternehmen RosUkrEnergo von Gasprom ab.

„Für die Ukraine bedeutet das eine erhebliche Preiserhöhung, während sich Russland und Turkmenistan auf einen Kompromiss einigen werden“, meint der von RIA Novosti befragte Analyst des Investmenthauses Veles Capital, Dmitri Letjagin. Auswirkungen auf den russischen Markt sieht er indessen nicht. Nun stelle sich die Frage, ob die Ukraine auf die Preiserhöhung überhaupt eingeht.

Die Ukraine, so erinnerte er, bekommt einen Mix aus russischem und turkmenischem Gas und musste ohnehin auf neue Preisforderungen von Gasprom gefasst sein. Nun werde der Schlag noch härter ausfallen. „Es ist schwierig abzuschätzen, wie die Ukraine in ihrer politischen Situation reagieren wird, doch wird sie eher darauf eingehen müssen“, resümierte er.

Natalja Miltschakowa von der Finanzgesellschaft Otkrytije meint, dass die turkmenische Preiserhöhung auf die Rentabilität von Gasprom durchschlagen wird. „Doch wird berücksichtigt, dass sie ohnedies über den Schnitt in der Erdöl- und Gasbranche liegt, kann man davon ausgehen, dass sie nicht darunter fallen wird, sondern eher noch über dem Schnitt liegt“, stellte sie fest.

Turkmenistan könne wohl nicht allzu hart seine Bedingungen diktieren, denn Russland ist der wichtigste Partner und einer der nicht sehr zahlreichen Verbraucher turkmenischen Gases. Andererseits müsse Russland wegen des Förderrückganges im eigenen Land auf die Lieferungen aus Turkmenistan zurückgreifen, so dass die Analystin an einen Kompromiss glaubt. Die wahrscheinliche Obergrenze veranschlagte sie dabei auf 120 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas bei einem veränderten Preis für den Transport durch die Pipelines.

Der Analytist der Investmentgesellschaft Prospekt, Alexander Kusnezow, ist ebenfalls überzeugt, dass der Preis in die Höhe gehen wird, doch werde unterdessen noch zwischen Russland und Turkmenistan gepokert. „Die endgültige Variante könnte die Gründung eines russisch-turkmenischen Gemeinschaftsunternehmens sein, welches sich mit dem Export zentralasiatischen Gases befassen wird.“

Der Preis, den die Ukraine letztendlich bezahlen werden muss, hänge vor allem vom Ausgang der dortigen Wahlen ab, doch werde er in jedem Fall höher ausfallen. RosUkrEnergo hat seit dem 1. Januar 2006 das Monopol für den Vertrieb von Gas aus Russland und Zentralasien in der Ukraine. Zu 50 Prozent in der Hand von Gasprom, verkauft das Unternehmen die in Russland und Zentralasien aufgekauften Gasmengen vornehmlich an die Ukraine. Nur Restmengen gehen nach Europa.

Gasprom hat den Einkaufspreis der Ukraine für Erdgas von 2006 an auf 230 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter hochgeschraubt. Durch den Mischbezug von russischem und turkmenischem Gas von dem Mittler RosUkrEnergo bezahlte die Ukraine unter dem Strich 95 US-Dollar per Grenze.

Nach der Preiserhöhung für turkmenisches Gas müssen von der Ukraine in diesem Jahr aber bereits 130 US-Dollar berappt werden. Für 2008 hat die ukrainische Regierung einen Preis von 145 US-Dollar prognostiziert. [ ria novosti ]

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