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24-08-2007 Ukraine
Streit um Gaspreis zwischen Ukraine und Gasprom bahnt sich an
Moskau und Kiew wollen keinen Gaskrieg mehr. Deshalb wurden Verhandlungen über die Gaslieferungen im Jahr 2008 fast ein halbes Jahr vor Jahresende in die Wege geleitet, schreibt am Donnerstag die Zeitung „Gaseta“.



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Wie der ukrainische Vizepremier Andrej Kljujew gestern erklärte, wird der Preis Mitte September bekannt gegeben. Ihm zufolge rechnet Kiew damit, dass der neue Gaspreis nicht den jetzigen in der Inflationshöhe übersteigen wird.

Experten prognostizieren: „Wenn sich Kiew mit der Erhöhung des Preises auf europäisches Niveau nicht einverstanden erklärt, so wird die Ukraine weder russisches noch mittelasiatisches Gas beziehen können.“

Für Gasprom als Monopol-Gaslieferant an die Ukraine ist es zweifellos vorteilhaft, den Preis für den westlichen Nachbarn auf das europäische Niveau zu bringen, das heißt ihn fast zu verdoppeln. (Der Gaspreis für die meisten EU-Länder beträgt mehr als 250 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter). Im ersten Halbjahr lieferte Gasprom 27,93 Milliarden Kubikmeter Gas an die Ukraine. Dabei stieg der Preis im Vergleich zu 2006 von 95 US-Dollar auf 130 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter an. Eine solche „Schocktherapie“ kann die Wirtschaft des Nachbarstaates nicht durchhalten.

Die Heraufsetzung des Gaspreises für die Ukraine muss sich nicht von den annehmbaren Gaspreisen für jene Partner unterscheiden, deren BIP-Niveau (BIP - Bruttoinlandsprodukt) vorläufig nicht hoch ist und deren Industrie eine kardinale Erhöhung der Gaspreise nicht überstehen kann. Dieser Meinung ist Viktor Baranow, Präsident des Verbandes der unabhängigen Gasproduzenten. Wie er aber sagte, ist ein schreckliches Ende besser als der Schrecken ohne Ende. „Je höher der Preis sein wird, desto besser wird es sein“, betonte Baranow.

Michail Krutichin, Partner der Consultinggesellschaft RusEnergy, bemerkte, dass die Ukraine, wenn sie in den höheren Gaspreis nicht einwilligt, in nächster Zukunft weder russisches noch mittelasiatisches Gas wird beziehen können. „Entweder wird es keine neue Gaspipelines (zum Beispiel Nord Stream) geben, dann wird die Ukraine weiter Gas bekommen, oder das ganze Gas wird auf Umleitungswegen auf dem Boden der Ostsee und des Schwarzen Meeres strömen. Für die beiden Varianten wird das Gas nicht ausreichen“, sagte er. Denn Gasprom erhöht die Gasförderung so gut wie nicht, und Turkmenistan habe ernsthafte Verpflichtungen gegenüber China. [ria novosti]

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