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06-08-2007 Ukraine
Ukrainische Donbass-Industrieunion forciert Einstieg auf US-Markt
Die ukrainische Finanz- und Industriegruppe "Industrialnyj sojus Donbassa" (Donbass-Industrieunion , russ. Kürzel: ISD) hat 25 Prozent an der Stahlgießerei Sparrows Point erworben.



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Laut Experten kann die ukrainische Gruppe dadurch seinen Börsenwert um mindestens 600 Millionen Dollar aufstocken und im Falle einer Fusion mit dem russischen Konzern Gasmetall 35 Prozent am gemeinsamen Unternehmen beanspruchen. Das teilte der ukrainische Ableger der Zeitung "Kommersant" am Montag mit.

Der Zeitung zufolge verkündete das weltweit größte Metallurgieunternehmen Arcelor Mittal am Freitag den Verkauf seiner US-Stahlgießerei Sparrows Point an das Gemeinschaftsunternehmen E2 Acquisition, zu dem ISD gehört. Bislang liegen keine Informationen über die Höhe des Deals vor, doch das "Wall Street Journal" berichtete mit Hinweis auf einen Geschäftsteilnehmer, dass es sich um 1,35 Milliarden Dollar handele.

Laut "Kommersant" soll jedes Mitglied der ISD-Gruppe (US-Stahlhändler Esmark, US-Stahlproduzent Wheeling-Pittsburg und das brasilianische Unternehmen CVRD) sich an diesem Konsortium mit gleichen Anteilen beteiligen und je 25 Prozent an Sparrows Point bekommen. ISD will sich beteiligen, um auf den US-Markt zu kommen. ISD wird einen neben einem Seehafen gelegenen Betrieb mit Brammen beliefern und den US-amerikanischen Markt mit Walzgut versorgen.

"Die Preise für Metallprodukte sind in den USA um sieben bis zehn Prozent höher als in Europa. Wenn ISD Sparrows Point mit Brammen beliefert und an dieser Stahlgießerei einen Anteil hält, vermeidet es die Antidumping-Untersuchungen, die sich nicht auf die Brammen erstrecken", sagte der Analyst Iwan Chartschuk von Dragon Capital.

Die Übernahme eines Anteils an Sparrows Point ermöglicht ISD, Ansprüche auf einen größeren Anteil bei der Fusion mit dem russischen Konzern Gasmetall zu erheben, das von den Unternehmern Alischer Usmanow, Wassili Anissimow und Andrej Skotsch kontrolliert wird. Bislang gaben die beiden Unternehmen, die über die Fusion seit Februar verhandeln, keine Geschäftsstruktur bekannt. Nach Berechnungen von Analysten von ukrainischen und russischen Banken kann ISD allerdings nur mit 25 bis 30 Prozent am vereinigten Unternehmen rechnen, was den Besitzern nicht recht war.

Igor Nuschdin, Analyst der Bank Zenit sagte, dass die Übernahme von Sparrows Point den Wert von ISD um 600 Millionen Dollar erhöhe. "ISD kann derzeit rund 8,2 Milliarden Dollar kosten, der Wert von Gasmetall liegt bei 14 Milliarden Dollar. Dementsprechend kann ISD selbst nach der Übernahme seines Anteils an Sparrows Point nur einen Anspruch von 35 Prozent erheben, was seinen Aktionären kaum recht sein wird", sagte er. Sparrows Point produziert 3,9 Millionen Tonnen Stahl, darunter 500 000 Tonnen Weißblech pro Jahr.

ISD besitzt oder managt Aktienpakete der Metallurgiekombinate Altschewski, Dnepr, Dunaferr (Ungarn) und Huta Stali Czestochowa (Polen) sowie der Kokerei Altschewski. Der geschätzte Erlös des Unternehmens machte im vergangenen Jahr 5,5 bis sechs Milliarden US-Dollar aus. [ ria novosti ]

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