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09-07-2007 Ukraine
Ukraine: Naftogas warnt Politiker vor Einmischung in Preisverhandlungen mit Russland
Die staatliche ukrainische Erdöl- und Gasgesellschaft Naftogas hat vor einer Veränderung der gegenwärtigen existierenden Schemata für die Lieferung von Gas aus Russland gewarnt, bei der das Handelshaus RosUkrEnergo als Vermittler von Brennstoffen eingeschaltet ist.

"Eine unbegründete Intervention von einzelnen Politikern in die Geschäfte der Gasbranche kann zum Zusammenbruch der geltenden Vereinbarungen für die Lieferung von Naturgas in die Ukraine und für den Transit russischen Gases in die EU-Länder führen", heißt es in einer Pressemitteilung des Konzerns vom Montag.

In der vergangenen Woche hatte Präsident Viktor Juschtschenko erklärt, dass die Ukraine auf die Mittlerdienste von RosUkrEnergo verzichten könnte und schon vom nächsten Jahr an die Rohstoffe auf dem Direktweg beziehen sollte. Zuvor hatten sich schon Politiker vom Block Julia Timoschenko und von Unserer Ukraine dafür ausgesprochen.

Der Verzicht auf den Bezug zentralasiatischen Naturgases nach der bisher üblichen Praxis unter Bedingungen, wo es keine geschäftlich attraktiven Alternativangebote gebe, könnte zu Defiziten auf dem Binnenmarkt führen, befürchtet Naftogas.

Der Konzern erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass die Einmischung von ukrainischen Politikern zur Gaskrise von 2005 geführt habe. Damals seien die vorteilhaften Geschäftsbedingungen mit Russland verspielt worden, die ursprünglich bis 2011 gelten sollten. Der Preis sei in der Folge von 50 US-Dollar auf 95 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter angestiegen. Der Preis wird noch weiter explodieren, und zwar bis auf 130 US-Dollar. "Heute ist aber selbst dieser Preis das beste Angebot in der Region", wird unterstrichen.

"Bei einer Aufkündigung der geltenden Vereinbarungen über die Versorgung der Ukraine mit Naturgas kann der Brennstoffpreis für den einheimischen Verbraucher an der Grenze fast auf das Doppelte hochschnellen", heißt es bei dem Mineralölkonzern.

Es wird zu maximaler Zurückhaltung in den Beziehungen zu den Gaslieferanten des Landes aufgerufen. "Die Zukunft der ukrainische Gaswirtschaft hängt vom Status der Ukraine als Haupttransitland für russische und zentralasiatische Brennstoffe für die europäischen Verbraucher ab. Verletzt die Ukraine ihre Verpflichtungen in Bezug auf die fristgerechte und vollständige Versorgung der Länder Europas mit Gas, dann zwingt sie die Lieferanten und die Verbraucher, alternative Bezugswege zu schaffen." Diese Routen über andere Länder würden für die Unternehmen und den ukrainischen Etat Verluste in Milliardenhöhe kosten.

Die Ukraine bezieht über RosUkrEnergo Gas aus Russland und Turkmenistan zu einem Mischpreis von 130 US-Dollar. Bei Direktlieferungen von Gasprom würde der Preis schon heute 230 US-Dollar betragen. Verhandlungen über den neuen Bezugspreis ab 2008 werden gegenwärtig geführt.

Das ukrainische Ministerium für Brennstoff und Energiewirtschaft strebt dabei eine Eindämmung der Preissteigerung auf 7 bis 10 Prozent an. [ria-novosti]

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