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21-06-2007 Ukraine
Ukraine: Regierung schränkt Getreideexport wegen Missernte ein
Das Ministerkabinett der Ukraine hat den Getreideexport vom 1. Juli bis zum 1. Oktober wegen der Trockenheit eingeschränkt. „Die Regierung fasste einen Beschluss, der die Einschränkung des Getreideexports vom 1. Juli bis zum 1. Oktober unter Einführung einer Quotierung und Lizenzierung vorsieht“, teilte der Vizepremier für Agrarfragen Viktor Slauta auf einem Briefing am Mittwoch mit.



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Laut dem Vizepremier wird der Getreideexport bis auf 3000 Tonnen im Monat beschränkt.

Die Wirksamkeit dieses Beschlusses trifft auf Korngetreide, Mischgetreide, Weizen, Mais und Gerste zu. Die Ukraine hat alljährlich 11 bis 12 Millionen Tonnen Getreide exportiert.

Im letzten Monat herrschte in der Ukraine eine ungeheure Hitze, die in vielen Regionen des Landes zur Trockenheit führte. Premierminister Viktor Janukowitsch erklärte letzte Woche, dass das Land etwa 10 Millionen Tonnen Getreide verlieren könne, was ungefähr einem Drittel der Jahresernte 2006 entspräche.

Slauta sagte auch, dass die Regierung am Mittwoch eine Anordnung verabschiedet habe, die den lokalen Verwaltungen das Recht einräume, das Rentabilitätsniveau von Mehlproduzenten zu regulieren sowie die Mehlpreise festzulegen.

Der Vizepremier erklärte, dass es keine Gründe für einen Anstieg der Brotpreise in der Ukraine gebe. „Es gibt noch keine Gefahr eines Brotpreisanstiegs für dieses Halbjahr“, sagte er.

Zu der Frage nach der möglichen Entlassung von Ministern aus dem Agrarsektor sagte Slauta: „Wir kennen die Handlungsweise von Viktor Fjodorowitsch (Janukowitsch). Er hat rechtzeitig dem Agrarblock einen Rat gegeben, und wir werden die nötigen Fragen abarbeiten“.

„In der Ukraine gibt es keine Getreideprobleme. Es gibt ausreichende Vorräte“, zog der Vizepremier die Bilanz.

Derweil ist die größte ukrainische Beteiligungsgesellschaft "System Capital Management" (SCM), die dem reichsten Mann des Landes, Rinat Achmetow, gehört, aus dem Brotgeschäft ausgestiegen, teilte die Pressestelle des SCM mit. Der letzte Anteil in diesem Bereich, den das "System Capital Management" verkauft hat, waren 25 Prozent der Aktien vom „Donezker Brotkombinat Nr. 1“.

Achmetow, dem 90 Prozent der Aktien von SCM gehören, ist ein enger Vertrauter des ukrainischen Premiers Viktor Janukowitsch. In den letzten Tagen hatte Janukowitsch die Regierung wegen ihrer Unfähigkeit, den Brotpreisanstieg zu senken, scharf kritisiert.

Allerdings berichtet die SCM-Pressestelle, dass die Entscheidung, die Aktiva der Brotbranche zu verkaufen, nicht mit den heutigen Problemen in diesem Sektor in Verbindung stehe. „Wir haben die prinzipielle Entscheidung über den Austritt aus dem Brotgeschäft noch vor zwei Jahren getroffen, als die Restrukturierung des SCM-Business begonnen hatte.

Im letzten Jahr haben wir einen Vorschlag zum Verkauf aller unserer Brotunternehmen-Aktien bekommen. Wir haben den Vorschlag akzeptiert und derzeit besitzt SCM keine Aktien mehr von funktionierenden Brotbetrieben“, zitiert die Pressestelle den Generaldirektor des Unternehmens, Oleg Popow. Russland hat inzwischen vorgeschlagen, zur Koordinierung des Handels mit Getreide eine internationale Organisation ins Leben zu rufen.

Das teilte Russlands Landwirtschaftsminister Alexej Gordejew am Mittwoch nach einer Sitzung der russisch-ukrainischen Kommission für Probleme des Agrar-Industrie-Komplexes in Moskau mit. "Russland will an die größten Getreideproduzenten und -exporteure appellieren, eine Organisation nach dem Vorbild der Organisation der Energieexporteure, eine Art Getreide-OPEC zu bilden", sagte er.

Unter Berücksichtigung des wachsenden Bedarfs an Getreide für die Produktion von Biotreibstoff wie auch für die Belange der Lebensmittelindustrie sollten alle Länder nach Gordejews Worten eine Bilanz der Produktion und des Verbrauchs von Getreide haben. [ria-novosti/russland.RU]

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