russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


22-09-2004 Ukraine
Ukraine will nicht ungelöste Fragen in den Beziehungen zu Rumänien auf dem Rechtswege entscheiden
Die Ukraine ersucht Rumänien, die Situation mit problematischen Fragen in den bilateralen Beziehungen nicht zu verschärfen, sondern sie im Geiste der guten Nachbarschaft zu regeln. Das erklärte Konstantin Grischtschenko, Außenminister der Ukraine, beim Treffen mit seinem rumänischen Amtskollegen Mircea Geoana in New York im Rahmen der 59. Tagung der UNO-Vollversammlung.

Wie der Pressedienst des Außenministeriums der Ukraine meldet, haben die Seiten aktuelle Fragen der ukrainisch-rumänischen Beziehungen beraten, darunter auch die Situation mit der Erneuerung der Tiefwasserstraße Donau - Schwarzmeer, das Problem der Delimitierung des Kontinentalschelfs und der ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ukraine und Rumäniens im Schwarzen Meer.

Laut Grischtschenko hat die Ukraine Rumänien erschöpfende Information über die Wiederaufbauarbeiten in der Donau-Delta gewährt, ihre Transparenz gegenüber allen interessierten Seiten sowie Vertretern der internationalen Gemeinschaft, darunter der Europäischen Union früher und auch heute demonstriert. Der Minister verwies auf die Bereitschaft der Ukraine, komplexe Begutachtung, darunter auch multilaterale, durchzuführen sowie diese Frage im Rahmen der Genfer Konsultationen zu besprechen.

„Zugleich sind wir gegen die Ausnutzung einer solchen Erörterung durch die rumänische Seite als ein Mittel im Konkurrenzkampf für Monopolisierung der Donau-Handelswasserstraßen. Alle Wiederaufbauarbeiten wurden unter Berücksichtigung der Notwendigkeit ausgeführt, das einmalige Ökosystem der Donau-Delta größtmöglich aufrecht zu erhalten, woran die ukrainische Seite wie niemand anderer interessiert ist", so der Minister.

Der Chef des außenpolitischen Amtes der Ukraine bezeichnete den Beschluss der rumänischen Seite, die Frage der Delimitierung des Kontinentalschelfs und der ausschließlichen Wirtschaftszonen der Ukraine und Rumäniens im Schwarzen Meer dem Internationalen UNO-Gericht zurEntscheidung zu überlassen, als voreilig.

Grischtschenko schlug Geoana vor, das Treffen auf der bilateralen Ebene fortzusetzen, und die nächste, 25. Verhandlungsrunde in der Ukraine durchzuführen. „Nach fester Überzeugung der ukrainischen Seite sind bei weitem nicht alle Möglichkeiten des bilateralen Verhandlungsprozesses erschöpft worden. Faktisch waren nur fünf von den 24 Runden der entsprechenden bilateralen Verhandlungen ausschließlich den Fragen der Delimitierung der Seegrenze und des Schelfs gewidmet", sagte er.

Der Außenminister der Ukraine wies seinen rumänischen Kollegen auf die unzulässige Tonalität und den unzulässigen Inhalt einzelner neulicher Erklärungen offizieller Sprecher der rumänischen Seite gegenüber der Ukraine wie auch auf die massierte antiukrainische Kampagne hin, die von den rumänischen Massenmedien entfaltet worden ist. Laut Grischtschenko habe ein solches Verhalten der rumänischen Seite mit den Prinzipien der guten Nachbarschaft, an denen die Ukraine ihrerseits unentwegt fest hält, nichts gemein.

Der Schiffahrtskanal Donau-Schwarzes Meer, der in die Mündung Bystroje führt, war von der Ukraine am 26. August des laufenden Jahres für die Schiffahrt frei gegeben. Der Bau des Kanals rief bei Rumänien Protest im Zusammenhang mit möglichem ökologischem Schaden hervor. Rumänien erklärte seine Absicht, im Haager Internationalen Gerichtshof eine Beschwerde wegen der Freigabe des Schiffahrtskanals Donau - Schwarzes Meer" gegen die Ukraine einzureichen. (RIA)

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013