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24-11-2004 Ukraine
Hat Russland in der Ukraine auf den falschen Kandidaten gesetzt?
Leonid Kutschma wird in den nächsten Tagen mit Wladimir Putin in Sankt Petersburg zusammentreffen. Diese Information wurde vom Pressesekretär des Präsidenten Russlands, Alexej Gromow, bestätigt.

Wie die "Nesawissimaja gaseta" schreibt, war Putin der erste höchste ausländische Repräsentant, der den jetzigen Premier der Ukraine und Kandidaten der Machtstrukturen, Viktor Janukowitsch, noch vor der Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses zum Wahlsieg beglückwünschte.

Unterdessen erklärte die gestrige Oppositionskundgebung im Stadtkern von Kiew, deren Teilnehmerzahl sich auf mehr als 200 000 belief, den Oppositionsführer Viktor Juschtschenko zum Präsidenten, während die Opposition im Parlament versuchte, ihn zu vereidigen.

Stanislaw Belkowski, russischer Politologe und Leiter des Instituts für nationale Strategie, ist der Auffassung, dass sich die Experten aus Putins Umgebung bei der Bewertung der Wahlsituation in der Ukraine geirrt hatten. "Keinesfalls sollte man auf Janukowitsch setzen, in der Ukraine hatte es fünf bis sechs Politiker gegeben, die Juschtschenko hätten schlagen können", so der Politologe. "Heute muss man aber eine revolutionäre Situation feststellen."

Die einzig mögliche Kompromissvariante für die Lösung der Krise bestünde nach seiner Ansicht darin, dass Juschtschenko als Wahlsieger anerkannt, der Chef der Sozialistischen Partei, Alexander Moros, zum Regierungschef ernannt und eine Koalitionsregierung gebildet wird, zu der unter anderem die Kommunisten und Anhänger Janukowitschs gehören würden.

Einige ukrainische Experten sind der Auffassung, dass Russland in diesen Tagen das Spiel bis zu Ende zu führen hat, das ihm vom Kreml-nahen Polittechnologen Gleb Pawlowski aufgezwungen wurde. "Jeder Schachzug, den Präsident Putin in diesem Spiel macht, führt aber dazu, dass die ukrainisch-russischen Beziehungen für Jahre voraus erschwert werden", meinte ein ukrainischer Parlamentsabgeordneter. (RIA)

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