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Tschetschenien

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Flattr this 27-02-2004 Tschetschenien
Tschetschenien und die russische Gesellschaft
Alexej Malaschenko, Moskau

Wechselnde Haltungen zu einem unwichtigen Krieg

Der Einfluss des Krieges in Tschetschenien auf die russische Gesellschaft ist heute nicht sehr groß. Die Bevölkerung hat sich in der Mehrheit an den Krieg gewöhnt.


Nicht einmal die regelmäßigen terroristischen Anschläge, darunter auch solche in Moskau, haben die Gesellschaft dazu gebracht, sich energischer für eine Beendigung des Krieges einzusetzen.
Info
Russische Verluste in Tschetschenien im Jahr 2003
INTERFAX-AWN, 5.2.2004
Im Jahr 2003 sind auf dem Territorium Tschetscheniens 263 Angehörigeder Streitkräfte ums Leben gekommen, teilte eine gut informierteQuelle der höchsten russischen Militärbehörde am Donnerstag (5.2.)„Interfax-AWN“ mit. „Die Verluste der Streitkräfte in Tschetscheniengehen in der letzten Zeit zurück. Im Jahr 2002 sind auf dem Territoriumder Republik 463 Angehörige der Streitkräfte gefallen, im Jahr2003 263 Militärangehörige“, so der Gesprächspartner von „Interfax-AWN“. (…) Ihm zufolge sind die Angehörigen der Streitkräfte derzeit„für die Bergregionen der Republik zuständig, etwa ein Drittel Tschetscheniens“.„Dort sind hauptsächlich Sondereinheiten stationiert“, sodie Quelle. Sie teilte mit, dass die Einheiten des Verteidigungsministeriumsin Tschetschenien in der letzten Zeit von 53.000 Personenauf 31.000 reduziert wurden. (…) „In Tschetschenien finden derzeitkeine aktiven Kampfhandlungen statt. Unsere Sondereinheiten sinddort sehr erfolgreich“, so die Quelle. (…) (lr)
Zitiert nach: Deutsche Welle. Monitor Ost- / Südosteuropa Nr. 25,5. Februar 2004
Sicherheitsfragen und das Anwachsen der Kriminalität werden selten mit der Lösung des Tschetschenienkonfliktes im Zusammenhang gesehen.

Die Einstellung der Gesellschaft zur Lösung des Konfliktes schwankt je nachdem, wie sich die Lage auf dem Schlachtfeld und die allgemeine Stimmung im Lande entwickelt. So sprachen sich 1995, als Moskau militärisch keine positive Entscheidung erzwingen konnte, 3,2% der russischen Bürger für eine Fortsetzung des Krieges aus und 51,5% für seine Beendigung. 1999, unmittelbar nach der Zerschlagung der Gruppierung von Schamil Basajew, die in die russische Nachbarrepublik Dagestan eingefallen war, waren 62,5% für den Krieg und 13,2% dagegen. 2003 sprachen sich 52% der Bürger gegen die offizielle Tschetschenienpolitik aus, 31% dafür. Die große Ablehnung der Moskauer Politik ist darauf zurückzuführen, dass die russische Führung einseitig auf eine gewaltsame Lösung setzt. Bei den Tschetschenen selbst unterstützen übrigens 34% diese Politik. Und 70–80% plädieren für einen Verbleib Tschetscheniens im Verband der Russländischen Föderation.



Der Krieg wird nicht mehr instrumentalisiert …



Der Tschetschenienkrieg trägt nicht zur Konsolidierung der Gesellschaft bei, zum Schulterschluss der Gesellschaft mit der Führung des Landes. Die Staatsmacht ihrerseits nützt diese Krise im Kampf mit der Opposition nicht wirklich aus. Bei dem gegenwärtigen Angriff auf die ‚Oligarchen‘ spielt der Kreml nicht mit der These, sie seien mit den tschetschenischen Freischärler verbündet, wie sie das 2000–2002 getan hat, als sie den Angriff auf Wladimir Gusinskij und Boris Beresowskij begann. Der Tschetschenienkonflikt wird bei der fortschreitenden Verwandlung der Staatsmacht in ein autoritäres System praktisch nicht instrumentalisiert. So beschuldigt schon lange niemand mehr die Massenmedien, die Separatisten zu heroisieren und zu unterstützen, wie dies vor der Schließung des damals populärsten TVSenders NTV der Fall war.




Info
„Während des andauernden Konfliktes in derTschetschenischen Republik (Tschetschenien)machten sich die russischen Streitkräfte wie auchtschetschenische Truppen erneut schwerwiegender Menschenrechtsverletzungen und Verstößegegen das humanitäre Völkerrecht schuldig. […]Zu den gemeldeten Menschenrechtsverstößen gehörten willkürliche Festnahmen, Folter undVergewaltigungen, Misshandlungen, Fälle von‚ Verschwindenlassen‘, extralegale Hinrichtungenund die Inhaftierung von Menschen in inoffiziellen geheimen Gefangenenlagern, die häufignichts weiter als ausgehobene Erdgruben waren.Die strafrechtlichen Ermittlungen, die von denBehörden der Russischen Föderation im Zusammenhangmit Menschenrechtsverletzungen durchAngehörige des Militärs und der Polizei eingeleitetworden sind, erwiesen sich als unangemessen undunwirksam.“
Quelle: Amnesty International Jahresbericht 2002
Allerdings fördert der Konflikt objektiv den Einflussgewinn der Armee und der Sicherheitsstrukturen und das Eindringen von Militärs in die zivile Politik: eine ganze Heerschar von „Tschetscheniengenerälen“ hat Schlüsselstellen im zivilen Bereich besetzt.

… doch er korrumpiert Die Unfähigkeit, die Tschetschenie

nkrise zu lösen, untergräbt aber das Vertrauen zur Regierung. Die Gesellschaft und vor allem die Massenmedien erinnern nach jedem weiteren Anschlag gerne mit unverhohlener Ironie an das von Putin 1999 gegebene Versprechen, die tschetschenischen „Kämpfer auch noch auf dem Lokus abzumurksen“. Inwieweit sich dies auf die Popularität des Präsidenten auswirkt, ist schwer zu sagen, unzweifelhaft ist aber, dass es sich negativ auswirkt.

Der Tschetschenienkrieg verdirbt die Gesellschaft, begünstigt das Wachstum der Korruption, demonstriert, dass es möglich ist, sich o. en an menschlichem Leid zu bereichern und liefert Beispiele für den schamlosen Raub sowohl durch hochgestellte Persönlichkeiten wie auch einfache Befehlsempfänger. 2003 teilte der Repräsentant des Präsidenten der RF im Südlichen Föderalbezirk, Wiktor Kasanzew, mit, dass alleine Moskauer Beamte schon 6 Millionen Dollar der für den Wiederaufbau Tschetscheniens bestimmten Gelder gestohlen hätten. Nach manchen Angaben erreichten im letzten Jahr nicht mehr als 20% der vorgesehenen etwas mehr als 5 Millionen Dollar die zerstörte Republik.

Das Tschetscheniensyndrom im Militär

Der Tschetschenienkrieg bremst die Reform der Streitkräfte. Für den Krieg sind schon Milliarden Rubel aufgewandt worden, die eigentlich dringend für andere Dinge benötigt würden, beispielsweise die Beschaffung neuer Waffensysteme: selbst nach offiziellen Angaben beträgt der Anteil neuer militärischer Systeme nicht mehr als fünf Prozent.
Info
Was passiert Ihrer Meinung nach in Tschetschenien: Fortsetzung des Krieges oder Aufbau friedlichen Lebens?
Den Angehörigen der Streitkräfte bereitet die Tatsache, dass sie faktisch auf eigenem Territorium Krieg führen, offenbares Unbehagen. Dabei empfinden sie – während sie im Nordkaukasus kämpfen – das Land und seine Menschen in zunehmendem Maße als fremd. Das ruft auf der anderen Seite natürlich eine Gegenreaktion hervor: eine 2003 durchgeführte Umfrage ergab, dass 70% der tschetschenischen Bevölkerung der Ansicht sind, dass die Hauptbedrohung für sie von den föderalen Streitkräften ausgeht, während nur 40% die tschetschenischen Guerillakämpfer nannten.

Die Erfahrung wirkt auch in die russische Armee zurück: heute ist ein echtes „Tschetscheniensyndrom“ zu beobachten. In den Provinzzeitungen und Kriminalchroniken gibt es eine Vielzahl von Berichten über Vergehen von demobilisierten Tschetschenienveteranen – Schlägereien, Schüsse auf Nachbarn, Mord von Verwandten …
Info
Der militärische Verlauf des Zweiten Tschetschenienkrieges
Nach Meinung von Psychologen ist ein solches Verhalten eine direkte Folge einer durch den Krieg verursachten Verrohung, verstärkt durch den Eindruck bei O. zieren und Mannschaften, dass eine undankbare Gesellschaft sie desinteressiert ihrem Schicksal überlässt.

Fremdenfeindlichkeit und Rassenhass

Die Tschetschenienkrise ruft auch eine Verschlechterung der Beziehungen zwischen den ethnischen Gruppen hervor und fördert Fremdenfeindlichkeit. In den 1990er Jahren sind die Kaukasier (und mit ihnen auch die Angehörigen der zentralasiatischen Völker, die sich in den russischen Augen kaum von Kaukasiern unterscheiden) zum Hauptobjekt von Ethnophobie geworden. Man muss wissen, dass alleine in Moskau mehr als 100.000 Tschetschenen leben. Insgesamt umfasst die tschetschenische Diaspora in Russland mehr als 400.000 Menschen.

Der Ärger über Neureiche aus dem Kaukasus und gewöhnliche Händler auf dem Markt vermischt sich mit der ständigen Erinnerung daran, dass irgendwo da unten im Süden „genau solche Schwarzen uns Russen umbringen“ [Im Russischen ist ‚Schwarzer’ ein rassistisch gefärbter Begriff für Kaukasier und Asiaten. Anmerkung des Übersetzers]. Bei Pogromen auf Märkten verschiedener russischer Städte (u.a. Moskau, Wologda, Twer) rechtfertigten sich die Initiatoren damit, dass sie sich „für die Unsrigen in Tschetschenien rächen“. Die Attacken treffen dabei nicht einmal Tschetschenen, die nicht auf den Märkten Handel treiben, sondern Aserbaidschaner, Tadschiken und Dagestaner. Die allgemeine Stimmung schlägt sich auch in Bekanntmachungen nieder, wie sie z.B. der Wirt der Moskauer Bar „Pusteblume“ 2001 am Eingang aushing: „Um Konflikte zu vermeiden, werden Personen kaukasischer Nationalität nicht bedient.“

Feindbild Islam

Ethnophobie verbindet sich mit Islamfeindlichkeit. Im Bewusstsein der Mehrheit der russischen Bevölkerung wird der tschetschenische Widerstand nicht nur mit dem islamischen Extremismus in Verbindung gebracht, sondern mit dem Islam überhaupt. Natürlich unterstreichen offizielle Sprecher in ihren Statements, dass der Islam nichts mit den tschetschenischen Separatisten zu tun hat. Russische Imame und Muftis, die der Staatsmacht nahe stehen, behaupten sogar, dass die „Mudschaheddin“ überhaupt keine Muslime sind. Auf der anderen Seite aber wird der Kreml nicht müde, daran zu erinnern, dass der tschetschenische Widerstand von extremistischen islamischen Organisationen finanziert wird, darunter auch von der Al Quaida von Osama bin Laden. Zum Glück für das herrschende Establishment und für die Gesellschaft hat die Losung der islamischen Solidarität in Russland nicht „funktioniert“. Der überwiegende Teil der in Russland lebenden Muslime (nach unterschiedlichen Zählungen sind es 15 bis 19 Millionen) hat sich nicht an dem Konflikt zwischen Moskau und Tschetschenien beteiligt, der von einigen Medien gerne und häufig ein „Konflikt der Kulturen“ genannt wird. Nichtsdestotrotz gibt es Sympathien für die leidenden Glaubensbrüder.

Tschetschenische Emissäre haben Kontakte zu radikalen Glaubensbrüdern in der Wolgaregion, im Südural und in Moskau. Nach Informationen, die den Geheimdiensten vorliegen, treten sie in Moscheen auf und verbreiten Propaganda zur Unterstützung der Separatisten. Es gibt auch Hinweise, dass lokale Extremisten mit tschetschenischer Unterstützung die Gasleitung in Kumkor an der Grenze des Kirower Oblast zur Republik Tatarstan in die Luft sprengen konnten.

Pulverfass Nordkaukasus

Im Ganzen hat die Islamphobie in der russischen Gesellschaft eher latenten Charakter. Allerdings besteht eine ziemlich hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie sich aufgrund der Situation im Nordkaukasus verschärfen wird. Für diese Region ist die Bedeutung des Tschetschenienkonfliktes besonders groß.
Info
Was meinen Sie, soll man die militärischen Aktivitäten in Tschetschenien fortsetzen – oder Friedensgesprächebeginnen?
Die oben erwähnten Tendenzen von interethnischen und religiösen Spannungen treten dort noch deutlicher als im übrigen Russland hervor. Der Tschetschenienkonflikt destabilisiert die Lage im Nordkaukasus und darüber hinaus im gesamten Süden Russlands. 2003 wurden in Russland 571 Terroranschläge verübt, davon 386 in Tschetschenien. Von Tschetschenien aus wird religiöser Extremismus verbreitet und seit kurzem gehen von dort auch wieder gefährliche Impulse eines gesamtkaukasischen Separatismus aus, der 1997–2000 in einigen Republiken, vor allem in Dagestan, hörbaren Widerhall fand. So war auch das Ziel des Einfalls in Dagestan im Jahre 1999 die Bildung eines vereinten islamischen Staates.

Islamischer Fundamentalismus, der von russischen Politikern und den ihnen nahe stehenden Experten „Wahhabismus“ genannt wird, ist in der tschetschenischen Gesellschaft an sich nicht sehr weit verbreitet. Zu seinen Anhänger kann man nicht mehr als 20 Prozent der Tschetschenen zählen. Trotzdem ist durch ihre und die Tätigkeit ihrer dagestanischen Verbündeten der radikale Islam in angrenzende Republiken eingedrungen, wo es insgesamt einige hundert „wahhabitische Gemeinden“ gibt, die nicht selten Basen für die Ausbildung von Guerillakämpfern bereitstellen.

Der 11. September und der „internationale Terrorismus“

Die Ereignisse des 11. September 2001 und der folgende gemeinsame Kampf gegen den Terrorismus haben im Nordkaukasus zu einer paradoxen Situation geführt. Einerseits haben die energischen Maßnahmen gegen die Terroristen die Finanzzuflüsse für tschetschenische Guerillakämpfer, etwa aus Ländern am Persischen Golf und im Nahen Osten, bedeutend verringert. Die Sicherheitskräfte vernichteten einige Ausbildungszentren der Islamisten und verboten ihnen die Propaganda in den Moscheen, die sie kontrollierten. Die von Putin bereits im Jahre 2000 ausgerufene „antiterroristische Operation“ stand so nahe vor einem Erfolg, wie noch nie zuvor …

Paradoxerweise wurde gerade in dieser Periode der nordkaukasische Islamismus internationalisiert. Vor allem begannen sich seine Anhänger mehr und mehr als Teil eines „weltweiten islamischen Dschihads“ zu fühlen, der nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen den Westen gerichtet ist, gegen alle Kräfte, die aus ihrer Sicht dem Islam und den Muslimen feindlich gesinnt sind. Dadurch wuchs in den Augen der örtlichen Islamisten, vor allem in Tschetschenien, ihre eigene Bedeutung. Gleichzeitig setzten die tschetschenischen Guerillakämpfer in den Jahren 2000–2003 ihre Kooperation mit Extremisten aus dem Nahen Osten fort. Das von Basajew gebildete Bataillon der „Schwarzen Witwen“ (der Selbstmordattentäterinnen, die 2003 einige blutige Anschläge verübten, darunter auch in Moskau) ist das Ergebnis eines ständigen „Erfahrungsaustauschs“ zwischen tschetschenischen und arabischen Extremisten: Anschläge im Nordkaukasus, im arabischen Osten, in Südasien usw. werden nach ähnlichen Mustern verübt. Es wird kaum jemanden wundern, wenn sich beim nächsten Anschlag außerhalb Russlands auch eine „tschetschenische Spur“ findet.

Tschetschenien als Hindernis für die russische Außenpolitik

Der Tschetschenienkonflikt beeinflusst in zweifacher Hinsicht die russische Außenpolitik. Auf der einen Seite stellt er ein Hindernis für die Verbesserung des Verhältnisses zum Westen dar. Moskau wird wegen des Versagens seiner Tschetschenienpolitik und der systematischen Menschenrechtsverletzungen kritisiert.
Info
Welche Ziele verfolgt die russische Führung derzeit in Tschetschenien?
Allerdings muss angemerkt werden, dass trotz der Kritik seitens europäischer Organisationen und einiger Regierungen die Handlungen des Kreml bei manchen europäischen Beamten, die in den eigenen Ländern mit einer wachsenden Präsenz von Islamisten und einer zunehmenden Radikalisierung zu tun haben, auf Verständnis trifft. In den Vereinigten Staaten wird Moskau ebenfalls kritisiert, obwohl Washington in seinen Beziehungen mit Russland die tschetschenische Frage bis heute nicht in den Vordergrund gestellt hat, sozusagen im Austausch für eine zurückhaltende Position Moskaus bei der Irakfrage. Putin und seine Mannschaft wiederum stellen ihre Tschetschenienpolitik als Teil des globalen Kampfes gegen den Terrorismus dar. In einem gewissen Sinne haben sie mit dieser Beurteilung Recht, da der durch den Tschetschenienkonflikt provozierte Terrorismus tatsächlich auch außerhalb der Region aktiv ist und Personen aus dem Nordkaukasus mehr und mehr mit Terroranschlägen in verschiedenen Teilen der Welt in Verbindung gebracht werden.

Tschetschenien als russische Krankheit

Die Wirkung des Tschetschenienkonfliktes auf die russische Gesellschaft ist schädlich. Er destabilisiert und verkrüppelt sie, indem er sie nolens volens an Krieg gewöhnt.
Info
Chronik des Tschetschenienkonflikts seit 1991
Er behindert die Durchführung von Reformen und bindet bedeutende Finanzmittel. Die Staatsmacht spielt mit dem Konflikt. Sie kann ihn instrumentieren, wie dies während der ersten Wahlkampagne Putins 1999–2000 geschah, sie kann ihn aber auch bewusst herunterspielen, wie es zur Zeit geschieht. Die Wirkung der Tschetschenienkrise auf den Zustand der russischen Gesellschaft kann verstärkt, aber auch geschwächt werden. Eine Lösung des Konfliktes kann aber allem Anschein nach niemand vorhersagen. Die Frage, ob es „Licht am Ende des Tunnels“ gibt, muss offen bleiben.

Übersetzung: Matthias Neumann
Redaktion: Hans-Henning Schröder, Heiko Pleines

Lesetipps:
K. Grobe-Hagel: Tschetschenien - Rußlands langer Krieg, Köln: Neuer ISP-Verlag 2001. F. Hassel (Hrsg.): Der Krieg im Schatten. Russland und Tschetschenien, Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag / in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung 2003.

Über den Autoren
Prof. Alexej Malaschenko arbeitet am Moskauer Zentrum der Carnegie-Stiftung

© 2004 by Forschungsstelle Osteuropa, Bremen
Aus: Russlandanalysen. Nr. 16 vom 20.2.2004.
Mit freundlicher Genehmigung des Publikationsreferates der Forschungsstelle Osteuropa

E-Mail: publikationsreferat@osteuropa.uni-bremen.de
Internet-Adresse: http://www.forschungsstelle.uni-bremen.de

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