Nordossetien ist zur ersten russischen Region geworden, in der die Aktivitäten von Missionaren nichttraditioneller Religionen unter eine strenge staatliche Kontrolle genommen wird.
Wie Stanislaw Kessajew, stellvertretender Parlamentschef Nordossetiens,
am Donnerstag gegenüber der „Wremja nowostej" mitteilte, „muss ein jeder Missionar, der seine Aktivitäten auf dem Territorium unserer Republik betreiben will, von jetzt an alle notwendigen Dokumente und Genehmigungen bei sich haben, die seine Vollmachten und Kompetenzen bestätigen würden". Außerdem seien „die Orte gesetzlich bestimmt, wo die genehmigten Missionarsaktivitäten zugelassen sind".
Alina Lewizkaja, Bildungsministerin Nordossetiens, begründete die Notwendigkeit eines solchen Dokumentes damit, dass die Aktivitäten verschiedener totalitärer Sekten nach der Geiselnahme in Beslan zugenommen hätten. Buchstäblich wenige Tage nach den tragischen Ereignissen erhielten die Rechtsschutzorgane Beschwerden von Psychologen sowie von Mitarbeitern des Gesundheits- und des Bildungsministerums der Republik sowie von Einwohnern Beslans über Aktivitäten von Sektanten, in erster Linie von Scientologen.
„Die Missionare nutzten den äußerst schweren Zustand der Menschen aus und betrieben eine Anwerbung in ihre Reihen, was sie als eine psychologische Hilfeleistung zu tarnen versuchten", so Lewizkaja. „Dies ist absolut unzulässig, was dadurch den Betroffenen, insbesondere Kindern, ein psychologischer Schaden zugefügt wird. Wir haben alle nur möglichen Maßnahmen getroffen, um die Verwandten und Angehörigen der Toten vor solchen Kontakten zu schützen. In erster Linie forderten wir die Scientologen auf, Beslan zu verlassen."
Der Pressedienst des Innenministeriums Nordossetiens teilte mit, dass es für die Rechtsschutzorgane nach der Annahme des neuen Gesetzes leichter sein wird, die Aktivitäten auch anderer religiöser Sekten zu neutralisieren, die ebenfalls auf dem Territorium der Republik operieren. Es handle sich unter anderem um Jehovas Zeugen und Krishnaiten. (RIA)
Wer helfen will, der findet auf der Seite alle notwendigen Informationen über Spendenkonten, aber auch über die Verwendung der Mittel. Die Spender werden, soweit sie es wünschen, namentlich genannt. Täglich verlängert sich die Liste derjenigen, die ihren finanziellen Beitrag leisten, um die Terroropfer zu unterstützen.
Von Kai Ehlers. In Beslan, Nord-Ossetien haben Geiselnehmer zum 1. September eine ganze Schule (Männer, Frauen und Kinder) als Geiseln genommen....
Kondolenzbuch
Die Schweizer Internetseite www.kondolenzregister.ch hat ein Online Kondolenzbuch für die Opfer der Geiselnahme in Beslan eingerichteteingerichtet.
Die Kondolenzeintragungen werden nach 6 Wochen in einem Sammelband der
Botschaft der Russischen Föderation in Bern übergeben.
Die südrussische Republik Nordossetien gehört seit Jahren zu den Krisenherden im Nordkaukasus. Mit einer Fläche von 8000 Quadratkilometern - etwa halb so groß wie Thüringen - ist sie eine der kleinsten Republiken der Russischen Föderation.