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23-01-2009 Schlagzeilen
Russland: Menschenrechtsanwalt Markelow in Moskau beerdigt


Vier Tage nach seiner Ermordung haben hunderte Trauergäste Abschied von dem bekannten russischen Menschenrechtsanwalt Stanislaw Markelow genommen. Er wurde am Freitag auf einem Moskauer Friedhof beigesetzt.




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Für die Journalistin Anastasija Baburowa von der Zeitung "Nowaja Gaseta", die mit Markelow am Montag auf offener Straße niedergeschossen worden war, hielten Familie und Freunde eine Trauerfeier ab.

Auf dem Ostankino-Friedhof im Norden Moskaus erwiesen hunderte Menschen Markelow im strömenden Regen die letzte Ehre. Nach orthodoxer Tradition verabschiedeten sie sich am offenen Sarg von dem Anwalt, der sich vor allem mit Gräueltaten in Tschetschenien befasst hatte. "Nur der Tod hat ihn aufhalten können", sagte seine Bekannte Nadia Tschewtschenko. Viele Trauergäste legten zum Abschied Blumen auf den Leichnam, einige gaben ihm einen Kuss.

Die mit Markelow ermordete junge Journalistin Baburowa wurde in einem Moskauer Krankenhaus aufgebahrt. Dort verabschiedeten sich ihre Eltern, Freunde und Kollegen von der 25-Jährigen, die erst vor rund vier Monaten ein Praktikum bei der "Nowaja Gaseta" begonnen hatte. Ihr Leichnam sollte noch am Freitag in ihre Heimatstadt Sewastopol auf der ukrainischen Halbinsel Krim überführt und dort beigesetzt werden. Baburowa hatte am Montag Medienberichten zufolge noch versucht, Markelows Mörder aufzuhalten. Dabei wurde sie von einem Schuss so schwer verletzt, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) forderte Russland dazu auf, Journalisten besser zu schützen. Ihr Vertreter für Medienfreiheit, Miklos Haraszti, forderte in einem Schreiben an Präsident Dmitri Medwedew und Ministerpräsident Wladimir Putin, sich "entschlossen und lautstark" für die "physische Sicherheit" von Journalisten einzusetzen.

Russland warf dem Westen vor, den Mord an Baburowa "künstlich zu politisieren".

Markelow hatte unmittelbar vor der Tat auf einer Pressekonferenz die vorzeitige Entlassung eines russischen Ex-Oberst kritisiert, der für den Mord an einer 18-jährige Tschetschenin einsaß. Der Anwalt hatte die Familie der jungen Frau vertreten. Er arbeitete als Jurist auch für die Zeitung "Nowaja Gaseta". Baburowa hatte mehrere Artikel über Rassismus und Ultranationalismus in Russland veröffentlicht.

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