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27-12-2008 Schlagzeilen
Russland bekommt Hochgeschwindigkeitszug von Siemens


Das deutsche Unternehmen Siemens präsentiert am Freitag in Sankt Petersburg seinen neuen Hochgeschwindigkeitszug für die russische Bahn. Der Zug "Sapsan" (russisch für Wanderfalke), den die Besucher des Moskauer Bahnhofes in St. Petersburg sehen werden, ist im Siemens-Werk in Krefeld-Uerdingen gebaut worden.




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Er besteht aus zehn Waggons und kann mit einer Geschwindigkeit von bis zu 250 Stundenkilometern verkehren, erklärte der Leiter der russischen Eisenbahn Oktjabrskaja, Viktor Stepow.

Gutes russisches Investitionsprojekt

Die Verwirklichung des gemeinsamen Projektes mit Siemens zum Bau der Hochgeschwindigkeitszüge Sapsan ist ein anschauliches Beispiel dafür, dass Russland nicht die Absicht hat, seine Investitionsprojekte einzufrieren, so der russische Regierungschef Wladimir Putin am Freitag beim Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG Peter Löscher in Sankt Petersburg.

"Es ist ein sehr gutes Zeichen, dass wir trotz aller Schwierigkeiten unsere Projekte bis zum Ende verwirklichen und langfristige Zukunftspläne aufbauen", sagte Putin.

Der Premier nannte die heutige Präsentation des von Siemens gebauten Hochgeschwindigkeitszuges "ein gutes Neujahrs-Geschenk vor allem für die russischen Fahrgäste". "Millionen Menschen werden von dieser Möglichkeit Gebrauch machen. Das ist ein gutes Vorankommen bei der Entwicklung der russischen Eisenbahnen", so Putin.

Die Projektierung von Hochgeschwindigkeitszügen für Russland wurde zwischen der RZD und Siemens am 11. April 2005 in Hannover beschlossen. Wladimir Putin wohnte der Vertragsunterzeichnung damals als Präsident bei. Am 18. Mai 2006 hatten die RZD und Siemens einen Vertrag über die Lieferung von acht Hochgeschwindigkeitszügen auf der Plattform Velaro RUS unterschrieben. Inklusive eines Wartungsvertrages über 30 Jahre beläuft sich der Auftragswert für Siemens auf 600 Millionen Euro. Die neue Zugserie von Siemens wird mit einem Reisetempo von 250 Stundenkilometern fahren.

Die Konstruktion des Zuges erlaubt nach einer Modernisierung auch bis zu 330 Stundenkilometer.

Die zehnteiligen Sapsan-Züge sind 250 Meter lang und bieten über 600 Fahrgästen Platz. Das rollende Material ist für die breiten russischen Gleise bestimmt (die Spurweite in Russland beträgt 1520 mm statt 1435 in Deutschland). Der Vorteil der Velaro RUS-Züge besteht darin, dass das Bremsgestänge unter dem Wagen angebracht ist, so dass der Wagen um 20 Prozent mehr Sitzplätze bietet als ein gewöhnlicher Wagen mit der gleichen Länge.

Der von Siemens entwickelte Hochgeschwindigkeitszug für Russland, Velaro RUS, auch genannt Sapsan, soll Ende 2009 Moskau mit Sankt Petersburg verbinden. Die Fahrt wird drei Stunden und 45 Minuten dauern. Die Fahrtzeiten anderer Schnellzüge liegen bei viereinhalb Stunden.

Später sollen die Hochgeschwindigkeitszüge auch auf der Strecke Moskau - Nischni Nowgorod eingesetzt werden. Russland will in den kommenden Jahren neue Bahnstrecken mit einer Gesamtlänge von etwa 20 000 Kilometern bauen, davon 1500 Kilometer als Hochgeschwindigkeitsstrecken.

Züge vom Typ Velaro wurden bei Siemens auch von den Niederlanden, China und Spanien bestellt. [ russland.RU ]

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