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23-11-2007 Schlagzeilen
Koch-Metschnikow-Forum schenkt Petersburger Akademie zum Jubiläum einen Kongress
Dem 100. Jahrestag der Gründung der St. Petersburger Staatlichen Medizinischen Metschnikow-Akademie war die 3. Konferenz des Koch-Metschnikow-Forums gewidmet, die gestern in der Newa-Metropole zu Ende ging.

Rund zweihundert Teilnehmer, darunter zahlreiche Ärzte und Wissenschaftler aus Deutschland, diskutierten zwei Tage lang „Aktuelle Trends in der Bekämpfung von Infektionskrankheiten“.

Zur Eröffnung hatte der Vorsitzende des deutschen Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs, Lothar de Maisière, die Tagung als weitere Etappe bei der Verwirklichung der Ziele bezeichnet, die bei der Gründung des KMF auf dem Petersburger Dialog 2006 in Dresden gestellt worden waren. „Wir sind stolz auf das Koch-Metschnikow-Forum“, erklärte der ehemalige Ministerpräsident der DDR, „das in der noch kurzen Zeit seines Bestehens die Zusammenarbeit zwischen deutschen und russischen Medizinern durch Erfahrungsaustausch wie auch gemeinsame Projekte spürbar belebt hat. Der Petersburger Dialog wird diese Arbeit auch weiterhin unterstützend begleiten.“

Der Vorsitzende des Koch-Metschnikow-Forums, Prof. Dr. med. Dr. h.c. mult. Helmut Hahn, hob das Engagement des KMF im Kampf gegen sozial-bedrohliche Infektionskrankheiten, vor allem Tuberkulose, HIV/AIDS und Hepatitis, hervor: „ Wir sehen unsere Aufgaben insbesondere darin, durch die Aus- und Weiterbildung von Studenten und jungen Wissenschaftlern aus Russland die Voraussetzungen für die Anwendung der fortgeschrittensten Technologien zur Infektionsbekämpfung zu schaffen und zugleich unser Wissen und unsere Erfahrungen in der wissenschaftlichen und klinischen Arbeit zu bündeln. Die auf der 2. KMF-Konferenz im September in Tomsk vereinbarten 26 gemeinsamen Projekte bestätigen die Richtigkeit unseres Weges.“

Dass die Konferenz zu Ehren des Akademie-Jubiläums in Sankt Petersburg stattfinde, sei Ausdruck der engen Kooperation des KMF mit der Metschnikow-Akademie, unterstrich Rektor Prof. Dr. med. Alexander Schabrow. „Wir danken dem Koch-Metschnikow-Forum in desem Zusammenhang ausdrücklich für die Unterstützung des Projektes einer Rehabilitations-Klinik auf dem Gelände unserer Einrichtung. Dieses Zentrum wird die Betreuung Schwerkranker, Behinderter, von Kindern und Sportlern in unserer Stadt deutlich verbessern.“ Ein Modell des 75-Millionen-Euro-Hauses, das vom Koch-Metschnikow-Forum erstmals auf dem diesjährigen Petersburger Dialog in Wiesbaden vorgestellt worden war, wird von nun an seinen Platz im Foyer der Metschnikow-Akademie in St. Petersburg haben. Mit seinen rund 300 Betten und internationaler Spitzentechnik wird das Zentrum in ganz Russland Maßstäbe setzen, ist sich Schabrow sicher.

Im Mittelpunkt des wissenschaftlichen Programms standen die Epidemiologie und Prophylaxe der sozial-bedrohlichen Infektionserkrankungen, ebenso ihre Pathogenese und aktuelle Behandlungsmöglichkeiten. Ausdrücklich gewürdigt wurden die Forschungen von Ilja Metschnikow als ein wesentlicher Ausgangspunkt für die heutigen Erkenntnisse. Die besondere Aufmerksamkeit der Ärzte und Wissenschaftler, so wurde in mehreren Beträgen festgestellt, muss der Auseinandersetzung mit den zunehmenden Resistenzen von TB-Erregern gegen Medikamente gelten, wodurch eine erfolgreiche Behandlung erschwert wird. Tuberkulose und die anderen sozial-gefährlichen Infektionskrankheiten seien vor allem in den Staaten der ehemaligen Sowjetunion ein akutes Problem, wurde während der Konferenz festgestellt, das mit internationaler Hilfe schnellstmöglich gelöst werden müsse, wenn ein massenhaftes Übergreifen auf andere Länder verhindert werden soll.

Das Koch-Metschnikow-Forum hilft bei der Koordinierung dieser Bemühungen, wie die TB-Konferenz der europäischen Gesundheitsminister in Berlin im vergangenen Monat zeigte, an deren Zustandekommen das KMF wesentlich beteiligt war.

„Der Abschied von St. Petersburg ist für die meisten Konferenzteilnehmer nur von kurzer Dauer“ sagte Prof. Helmut Hahn zum Abschluss der Tagung. „Im nächsten Herbst treffen wir uns wieder, wenn wir mit einer großen wissenschaftlichen Veranstaltung den 100. Jahrestag der Verleihung des Nobel-Preises an Ilja Metschnikow und Paul Ehrlich begehen.“ [ hh / russland.RU – die Internet - Zeitung ]

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