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05-06-2007 Schlagzeilen
Russland plant weitere schwimmende Atomkraftwerke
Der russische Staatskonzern Atomenergoatom will demnächst entscheiden, wo er sein zweites schwimmendes Atomkraftwerk bauen soll, das den Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Länder (APEC) 2012 auf der Insel Russki im Fernen Osten versorgen wird, berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag.




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Im Konzern wird die Ansicht vertreten, dass diese Variante rentabler ist als der Bau eines Atomkraftwerks in der Region.

„Einen Beschluss dazu gibt es noch nicht, er muss aber spätestens bis zum Herbst dieses Jahres angenommen werden“, sagte Sergej Kryssow, stellvertretender Rosenergoatom-Generaldirektor, am Montag. In diesem Fall könnte das schwimmende Atomkraftwerk bis 2011 gebaut werden.

Falls das Gipfeltreffen der APEC im August 2012 in der russischen fernöstlichen Region Primorje stattfinden kann, soll das zweite schwimmende Atomkraftwerk 2011 bei der Insel Russki stationiert werden.

„Sollte das Gipfeltreffen dort nicht stattfinden, wird das zweite schwimmende Atomkraftwerk wie geplant in Pewek (Tschukotka) stationiert“, sagte der Vertreter von Rosenergoatom, das alle zehn russischen Atomkraftwerke betreibt.

Innerhalb von zehn Jahren sollen sechs solche Atomkraftwerke gebaut werden. Eine Reihe von Ländern bekundete bereits Interesse für dieses einzigartige russische Projekt.

Der Bau des ersten schwimmenden Atomkraftwerks wurde in der nordrussischen Stadt Sewerodwinsk im Unternehmen Sewmasch im April dieses Jahres begonnen

Innerhalb von zehn Jahren will Rosenergoatom sieben schwimmende AKW bauen, wobei der Bau des siebten aus den Einnahmen der ersten sechs finanziert werden soll. Zehn Jahre dauert es, bis sich ein schwimmendes AKW wirtschaftlich rentiert.

Das einzige Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung dieser Pläne könnte die Kostspieligkeit sein. „Ein Kilowatt Leistung eines schwimmenden AKW ist wesentlich teurer als die gleiche Leistung eines herkömmlichen AKW“, hieß es bei Rosenergoatom. „Beim ersten schwimmenden AKW kostete ein Kilowatt 4 500 bis 5 000 Dollar bei einer Gesamtleistung der Anlage von 70 Megawatt, während ein Kilowatt in einem herkömmlichen Atomkraftwerk im Durchschnitt 2000 bis 2 500 Dollar kostet. Mit der Aufnahme der Serienproduktion hoffen wir, die Kosten auf 4 000 Dollar senken zu können.“

Eine Exportvariante des schwimmenden AKW soll bis 2014 fertig sein, hieß es am Montag beim Konzern. Rund 20 Länder, darunter Indonesien und China, haben bereits ihr Interesse an solchen Anlagen bekundet.

Russland und die Inselgruppe Kapverden führen bereits Konsultationen über den Bau eines schwimmenden Atomkraftwerkes für das Land vor der afrikanischen Küste, teilte der stellvertretende Generaldirektor des russischen Konzerns Rosenergoatom, Sergej Kryssow, der Presse mit.

Kryzow, der sich vom 5. bis 9. Juni zu einer Projektpräsentation auf den Kapverden aufhalten wird, bestätigte, dass der Konzern sich nach Standorten für schwimmende AKWs im Ausland umsehe und dem Energieminister der Inselrepublik das entsprechende Projekt erläutern will. Die kapverdische Regierung sei ernsthaft über die Lage in der Stromwirtschaft und über den Mangel an Trinkwasser beunruhigt. Da schwimmende Atomkraftwerke sowohl Strom erzeugen wie auch Meerwasser entsalzen können, wäre die Realisierung eines solchen Vorhabens für die Insel hochinteressant. [kommersant/ria-novosti]

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