Selbst die tragischen Situationen und Krisen, bei denen Fehler der Föderationsmacht offensichtlich waren, können das Vertrauen der russischen Bürger gegenüber Putin nicht untergraben. Nach Ansicht von Politologen verbinden die Einwohner des Landes die Misserfolge in der Staatspolitik nicht mit der Persönlichkeit des Präsidenten, schreibt die "Nowyje Iswestija" am Dienstag.
Seit Putin als Nachfolger Boris Jelzins in der politischen Arena erschienen ist, nehmen Experten des Meinungsforschungsinstituts Lewada-Zentr Umfragen zu Putins Rating vor.
Bis August 2000 schwankte es zwischen 70 und 77 Prozent, als das U-Boot "Kursk" versank, fiel es allerdings auf 60 Prozent zurück. In den darauf folgenden Jahren gab es zwar noch etliche Katastrophen und eindeutige Misserfolge der Föderationsmacht, unter die letztere Ziffer ist aber das Rating des Vertrauens gegenüber dem Präsidenten nie mehr gesunken.
Dafür konnte Putin seine Landsleute mit seinen Handlungen nicht selten erfreuen. In der 1. Hälfte 2003 schwankte sein Rating um die 75 Prozent, nach der Festnahme von Michail Chodorkowski im November bekundeten 82 Prozent der Befragten ihre Billigung der Politik des Präsidenten.
Die meisten Befragten sehen einfach keine Alternative zu Putin. 2005 gaben 42 Prozent diese Antwort. Zugleich denken die Bürger überhaupt nicht, dass der Präsident mit seinen Verpflichtungen gut fertig wird. Lediglich 16 Prozent sahen die Ursache der Popularität Putins darin, dass er die vor dem Land stehenden Probleme erfolgreich und in würdiger Weise bewältigt.
Laut der jüngsten Umfrage (21. bis 24. Januar) liegt das Präsidentenrating bei 71 Prozent. Von 27 Prozent wird sein Kurs missbilligt.
"Dies ist das Phänomen des guten Zaren und der schlechten Bojaren", meinte Alexej Makarkin, Vizedirektor des Zentrums für politische Technologien, zu den Umfragen. "In Russland gibt es überaus schwerwiegende Vorwürfe an die Macht. Die Bevölkerung empfindet aber das Bedürfnis, bei jemandem um Unterstützung und Schutz zu suchen. Es besteht die Notwendigkeit, auf irgendjemand die Hoffnungen zu setzen. Mit anderen Worten: Diese Hoffnungen sind personifiziert. Es ist nämlich kompliziert, auf eine Partei, auf das Parlament, auf Abgeordnete und auf die Minister zu hoffen, bei einem Präsidenten ist das aber möglich. So hat man seinerzeit bei uns auch auf Stalin und auf Jelzin seine Hoffnungen gesetzt."
(RIA)
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