Der Menschenrechtsbeauftragte Russlands, Wladimir Lukin, ruft auf, Möglichkeiten einer unkontrollierten Adoption auszuschließen. "Wir müssen die Möglichkeit einer unkontrollierten Adoption, vermittelt durch alle möglichen Anwaltskanzleien, Fonds und Agenturen, ausschließen, denn faktisch entziehen sie sich einer Überprüfung", erklärte Lukin.
Er eröffnete am Montag einen Runden Tisch zur Problematik "Das Recht des Kindes auf eine Familie: Fragen der Unterbringung von Waisen in Familien".
Er konstatierte die Tatsache, dass sich die Adoption von Kindern durch Bürger Russlands Jahr für Jahr verringert.
"So muss der Staat jedes Jahr die Gelder für den Unterhalt von Waisenkinder um 1 Milliarde Rubel (27,71 Rubel entsprechen 1 US-Dollar) aufstocken", sagte der Ombudsmann. Er bezeichnete vor allem Armut und bürokratische Hemmnisse bei der Adoption als Hauptursache für diese Tendenz.
"Adoptionswillige schaffen es nicht, die bürokratischen Hürden bei der Verwirklichung ihres Wunsches zu überwinden", sagte Lukin. Vielfach steht einer Adoption von Kindern aber auch die faktische Verhängung von Geheimhaltungsklauseln bei Informationen über Waisen im Wege.
"Auf dem Gesetzesweg müssen alle Hindernisse für die Adoption beseitigt und die erforderlichen Informationen frei zugänglich gemacht werden", stellte er fest.
Die Vorsitzende des Rates für die Entwicklung der Institute der Zivilgesellschaft und für Menschenrechte beim Präsidenten Russlands, Ella Pamfilowa, verwies darauf, dass die Gesamtzahl der Waisenkinder sich auf etwa 170 Tausend belaufe. Russische Familien adoptieren unterdessen jährlich nicht mehr als 7 Tausend Waisen. Die Zahl der Adoption durch ausländische Familien sei ebenso hoch.
"Die Adoption durch ausländische und durch einheimische Familien darf nicht einander entgegengestellt werden. Im Interesse des Kindes müssen beide Richtungen entwickelt werden", sagte Pamfilowa. (RIA)
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