Trotz des bewaffneten Konflikts im Kaukasus will Israel seine Waffenlieferungen an Georgien nicht einstellen. Das berichtete der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Montag in Jerusalem unter Berufung auf Ministeriumskreise.
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Die Zeitung "Haaretz" hatte am Sonntag über eine Empfehlung des Außenministeriums berichtet, die Waffenlieferungen vorerst einzustellen, um die israelisch-russischen Beziehungen nicht zu belasten.
Demnach besteht in Israel die Sorge, dass Russland Syrien und den Iran stärker unterstützen könnte. Wie der Rundfunk nun berichtete, beschloss das israelische Verteidigungsministerium jedoch, weiterhin Lizenzen für den Export von Waffen nach Georgien auszustellen, diese allerdings einzuschränken.
Die israelische Zeitung "Maariv" schätzte das Volumen der militärtechnischen Kooperation beider Staaten auf 300 Millionen US-Dollar.
Angesichts der sich zuspitzenden Lage im Kaukasus hatte Israel die Lieferungen demnach bereits vor gut einem Jahr gekürzt. Israel hatte zuvor Drohnen, Nachtsicht-Technik und Raketen an Georgien geliefert. Außerdem arbeiten ehemalige Angehörige der israelischen Armee und der Sicherheitskräfte in Georgien als Berater.
Israel ruft zu Wiederherstellung des Friedens in Georgiens Konfliktregionen auf
Israel erkennt die territoriale Integrität Georgiens an und hat zu einer friedlichen Regelung der Konflikte in dessen Krisenregionen aufgerufen.
"Israel verfolgt die Entwicklung der Situation in (den nicht anerkannten Republiken) Südossetien und Abchasien mit großer Besorgnis und hofft, dass die Gewalt aufhört", heißt es in einer Erklärung des israelischen Außenamts am Sonntag.
Zuvor hatte das Außenamt seinen Bürgern empfohlen, auf Reisen nach Georgien zu verzichten und alle seine sich dort aufhaltenden Bürger gebeten, Diplomaten über ihren Aufenthaltsort zu informieren.
Die israelische Agentur "Sohnut", die für Kontakte zu jüdischen Gemeinden im Ausland zuständig ist, hat mit der Evakuierung von 200 Juden aus Gori begonnen, einer georgischen Stadt, die an der Grenze zu Südossetien liegt und laut den georgischen Behörden von Russlands bombardiert wurde. Insgesamt leben rund 12 000 Juden in Georgien, vorwiegend in dessen Hauptstadt Tiflis.
US-Militärexperten lenken ausländische Söldner im Kaukasus
Tausende ausländische Söldner, die im kaukasischen Krisengebiet gegen russische Einheiten kämpfen, werden von US-Militärexperten gelenkt, verlautete aus russischen Sicherheitskreisen.
„Nach unseren Angaben kämpfen von 2500 bis 3000 Söldner auf georgischer Seite gegen russische Friedenssoldaten“, sagte ein ranghoher Mitarbeiter des russischen
Militär-Aufklärungsdienstes.
Die Söldner stammen unter anderem „aus der Ukraine, einigen baltischen Staaten und Kaukasus-Regionen“.
Sie werden von US-Militärexperten koordiniert und unmittelbar geleitet, hieß es. Die US-Amerikaner nähmen aber an Kampfhandlungen nicht teil. Insgesamt befänden sich rund 1000 US-Militärexperten in Georgien.
Russische Spezialeinheiten hätten mehrere Söldner-Gruppen bereits liquidiert. Einige Söldner seien gefangen genommen worden. Zurzeit werden sie verhört, hieß es.
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