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16-11-2006 Politik
Verschärfte Gesetze: Russland will Schicksal von Adoptivkindern genauer prüfen
Laut Angaben der Zeitung "Rossijskaja Gaseta" vom Donnerstag zählt Russland heute beinahe 800 000 elternlose Kinder.

Bereits seit 15 Jahren werden russische Kinder von Elternpaaren aus aller Welt adoptiert. Allein in die USA kommen jährlich 6 000 russische Waisen.





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Vor einem Jahr, als in den USA gleich mehrere russische Kinder von ihren neuen Eltern getötet wurden, prüfte die Staatsanwaltschaft beinahe 900 Organisationen im ganzen Lande. Das Ergebnis war erschreckend. Viele Agenturen hatten entweder keine oder eine abgelaufene Arbeitsgenehmigung für Russland. Fast in jeder dritten Agentur fanden die Staatsanwälte keinerlei Angaben über die ausgereisten Kinder; somit ist es unmöglich zu prüfen, was aus ihnen geworden ist. Stark kritisiert wurde die so genannte unabhängige Adoption, bei der Kinder ohne staatliche Kontrolle ausgeführt wurden. Die meisten der Waisen verließen Russland übrigens nach privater Vermittlung.

Eine weitere äußerst unangenehme Sache kam dabei an die Oberfläche. Den größten Teil der Arbeit bei der Wahl des gesuchten Kindes leisteten die Mitarbeiter der Kinderheime gegen Geld ausländischer Vertreter. Die Folge: Einige Direktoren der Kinderheime sitzen nun auf der Anklagebank.

Jetzt soll dieses Thema nicht mehr zum Gegenstand von Skandalen, Streitigkeiten und Kriminalfällen werden. Eine neue Verordnung der russischen Regierung soll solche Verstöße jetzt grundsätzlich unmöglich machen.

Nunmehr teilen sich die ausländischen Organisationen, die sich mit der Adoption in Russland beschäftigen, in staatliche, nichtkommerzielle und private auf. Die privaten Vermittler müssen fortan Empfehlungen vom Staat besitzen und eine Arbeitsdauer in diesem Beruf von mindestens fünf Jahren aufweisen können. Besonders genau ist im Dokument das Kontrollsystem beschrieben, das die Lebensbedingungen der Waisen in ihrem neuen Land unter die Lupe nehmen soll. Das Vorlegen von Berichten gilt bis zur Volljährigkeit des Kindes (18 Jahre). Vor der Absendung müssen die Berichte in der Konsularabteilung der jeweiligen Botschaft Russlands unterzeichnet werden. Jede Abweichung von den Bestimmungen kann die betreffenden Organisationen mit großen Problemen konfrontieren.

Russische Bürger, die mit den Waisen in Kontakt stehen (Erzieher, Sozialarbeiter, Mediziner), dürfen nicht mehr mit ausländischen Vertretungen zusammenarbeiten. Auch die Verwandten dieser Mitarbeiter dürfen in keiner Weise zur Adoption verhelfen. [ RIA Novosti ]

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