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Flattr this 30-03-2006 Politik
Schröder in Russland zum Aufsichtsratschef von Ostsee-Pipeline gewählt – 250.000 Euro Aufwandsentschädigung
Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder ist am Donnerstag zum Aufsichtsratschef des deutsch-russischen Konsortiums für den Bau der Gas-Pipeline durch die Ostsee gewählt worden. Das Gemeinschaftsunternehmen teilte mit, die Entscheidung sei auf der ersten Sitzung des Aufsichtsrats am Morgen in Moskau gefallen. An dem Konsortium NEGP Company mit Sitz im schweizerischen Zug sind der russische Gasriese Gasprom und die deutschen Konzerne BASF und Eon beteiligt.

Gasprom hält mit 51 Prozent die Mehrheit, BASF und Eon sind mit je 24,5 Prozent Minderheitsgesellschafter. Schröders Tätigkeit für das Pipeline-Konsortium ist in Deutschland parteiübergreifend auf Kritik gestoßen.
bei russland.RU
Russland, Deutschland, Ostsee-Pipeline und der Altkanzler Schröder


In einem Schwerpunkt über die Nordeuropäische Gaspipeline hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...


In einem Schwerpunkt über den Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine hat russland.RU Daten, Fakten, Hintergründe, Kommentare und Analysen zusammengefasst. ...


Von den acht Sitzen im Aktionärsausschuss (Aufsichtsrat) der NEGP (Nordeuropäische Gaspipeline) liegen vier bei Gasprom und jeweils zwei bei BASF und Eon. Schröder ist neben Gasprom-Chef Alexej Miller einer der vier Gasprom-Vertreter im Aufsichtsrat. Als Geschäftsführer des Konsortiums wurde ebenfalls auf der ersten Sitzung der Dresdner-Bank-Manager Matthias Warnig eingesetzt.

Die NEGP will nach eigenen Angaben in den kommenden Jahren für bis zu 2,5 Milliarden Euro eine 1200 Kilometer lange Pipeline errichten, durch die bis zu 27,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr von der russischen Ostseeküste bis in die Höhe von Greifswald gepumpt werden können. Die Leitung soll 2010 in Betrieb gehen. Zur Koordinierung der Bauarbeiten auf dem russischen Territorium soll in Moskau eine Niederlassung eröffnet werden.

Schröder verdient als Aufsichtsratschef 250.000 Euro

Gerhard Schröder verdient als Aufsichtsratschef des deutsch-russischen Gaspipeline-Konsortiums 250.000 Euro im Jahr. Diese Summe sei als Aufwandsentschädigung gedacht, sagte Schröder am Donnerstag nach seiner Wahl für den Posten in Moskau. Die einfachen Aufsichtsratsmitglieder erhalten demnach 200.000 Euro. Schröders Vergütung liegt damit deutlich niedriger als in Presseberichten genannt, gegen die sich der Ex-Kanzler juristisch zur Wehr gesetzt hatte.

Mit 250.000 Euro verdient Schröder etwa so viel wie ein Aufsichtsratschef bei den großen deutschen Unternehmen Volkswagen und BASF. Allerdings sticht er viele Aufsichtsratschefs der 30 größten deutschen Konzerne im Aktienindex Dax aus. "Mit 250.000 Euro läge er im Dax im oberen Drittel", sagte Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Laut der Beratungsfirma Towers Perrin kamen die Dax-Aufsichtsratschefs im vergangenen Jahr im Schnitt auf einen Verdienst von knapp 200.000 Euro. Mehr als Schröder verdienen im Dax demnach nur die Chefs der Kontrollgremien des Autokonzerns BMW, der Deutschen Bank, des Energiekonzerns Eon, des Mischkonzerns Henkel, des Pharmaunternehns Schering und des Stahlherstellers ThyssenKrupp.

Schröder wies die Kritik an seinem Posten erneut zurück: "Dieses Projekt ist ein Projekt dreier unabhängiger privater privater Gesellschaften und es liegt im Interesse Deutschlands, deswegen wird es von jeder deutschen Regierung unterstützt", unterstrich er. Er fügte aber hinzu: "Mit der Kritik muss ich leben, gar keine Frage." Seine Übernahme des Postens war in Deutschland parteiübergreifend auf Kritik gestoßen, da Schröder als Bundeskanzler das Geschäft politisch in die Wege geleitet hatte.



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