russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


07-11-2003 Ticker Verschiedenes
OBERSTES GERICHT RUSSLANDS LÄSST URTEIL GEGEN RUSSISCHEN FORSCHER WEGEN SPIONAGE IN KRAFT
MOSKAU (RIA „Nowosti"). Das Oberste Gericht Russlands hat das Urteil des Moskauer Stadtgerichts gegen Professor Anatoli Babkin am Donnerstag in Kraft gelassen. Babkin war wegen Hochverrat zu acht Jahren Bewährung verurteilt.

Das Oberste Gericht gab jedoch dem Protest der Generalstaatsanwaltschaft nicht statt, die den Beschluss des Moskauer Stadtgerichts angefochten hatte, das bei dem Professor zu Hause sichergestellte Geld freizugeben. Insgesamt waren 12.200 US-Dollar bei Babkin sichergestellt worden. Die Anklage hatte gefordert, dieses Geld in die Staatskasse zu bringen.

Am 19. Februar 2003 befand das Moskauer Stadtgericht den 72-jährigen Professor für schuldig. Babkin, der an der Staatlichen Technischen Baumann-Universität tätig war, wurde wegen Verkauf geheimer Daten an den pensionierten Offizier der US-Navy, Edmond Pope, verurteilt.

Diese Daten betrafen unter anderem eine „Untersee-Rakete", den Anti-U-Boot-Raketenkomplex „Schkwal". Diese Rakete ist bei der russischen Marine im Einsatz.

2002 wurde Pope vom Moskauer Stadtgericht zu 20 Jahren Haft wegen Spionage verurteilt, später aber vom russischen Präsidenten begnadigt.

Babkin wurde das Recht auf berufliche Tätigkeit und Unterrichten innerhalb der drei Jahre nach der Entlassung aus der Haft entzogen. Außerdem erkannte ihm das Gericht den Titel eines „verdienten Wissenschaftlers" ab.

Im Rahmen des Kooperationsvertrags zwischen der Baumann-Universität und der University of Pennsylvania wurden laut Babkin lediglich wissenschaftliche Berichte verfasst und Amerikanern übergeben. Diese Berichte gelangten später über das Ressort für Außenkontakte der Moskauer Universität in die USA, behauptete Babkin. Trotzdem hielt die höhere Instanz das Urteil des Moskauer Stadtgerichts für rechtmäßig und begründet.

Nach der Verhandlung am Donnerstag sagte die Anwältin des Verurteilten, Xenia Kostromina, die Verteidigung habe vor, eine Berufung beim Europäischen Menschenrechtsgericht einzulegen, um eine völlige Freisprechung des Professors zu erzielen, der behauptet, kein Geld von Pope bekommen zu haben.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013