russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.


Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013


18-08-2003 Verschiedenes
Russlands Stromnetz hält dicht
Große Havarien, ähnlich der, die sich an der Ostküste der USA ereignet hat, rücken in den Blickpunkt der Fachleute der ganzen Welt. Es gilt, nicht nur die Ursachen solcher Havarien zu ergründen, sondern auch operativ Maßnahmen zu deren Abwendung auszuarbeiten.

Eine Gruppe von Analytikern des russischen Energiegiganten RAO EES ist bereits an eine solche Arbeit herangegangen, wenngleich auch die Wahrscheinlichkeit einer solchen Havarie in Russland, den Worten von Konzernchef Anatoli Tschubais nach, sehr gering ist. Die Schutzsysteme gegen eine gestaffelte Abschaltung der Elektroenergieversorgung der beiden Länder seien grundsätzlich verschieden. In Russland wird eine Technologie eingesetzt, die auf der Welt einmalig ist. Darüber hinaus ist das Land durch ein System von leistungsstarken Überlandleitungen verbunden, zu dem alle /!/ Betriebe gehören, die Elektroenergie erzeugen. Traditionsgemäß werden auch die Vorzüge der Weite des Landes genutzt. Wenn im Osten und in Sibirien die Nacht anbricht, somit der Stromverbrauch stark sinkt, wird die überflüssige Elektroenergie nach dem europäischen Teil des Landes umgeleitet. Die unterschiedlichen Zeitzonen ermöglichen es, die Belastung des Elektroenergienetzes auszugleichen.

Wie Tatjana Malejewa, Pressesprecherin der RAO EES erklärt, ist der Havarieschutz in den großen Industrieregionen so aufgebaut, dass ein Elektrokollaps, ähnlich dem in New York, völlig ausgeschlossen ist. In einer Region oder einer Millionenstadt würden höchstens ein oder zwei Bezirke /100.000-150.000 Einwohner/ für eine kurze Zeit ohne Strom sein.

Darüber hinaus sind die strategisch wichtigen Regionen des Landes an mehrere Versorgungskanäle für Elektroenergie angeschlossen. Moskau und die Moskauer Region besitzen zum Beispiel eigene leistungsstarke Wärmekraftwerke, erhalten außerdem Elektroenergie aus mehreren Regionen, wie dem Wolga-Gebiet,dem Ural-Gebiet und aus dem Norden. Die Ausrüstung der Dispatcherzentrale der RAO EES erlaubt es, im Falle von Ausnahmesituationen, in kurzer Zeit operativ zu reagieren und die Energieströme umzuleiten. Daneben haben die Energetiker beim Ansprechen der Antihavarieautomatik immer eine Möglichkeit, Reservekapazitäten einzusetzen.

Laut der Moskauer Energieverwaltung ist für Ausnahmesituationen oder Havarien eine zielgerichtete Steuerung der Stromversorgung vorgesehen. In der Moskauer U-Bahn, die täglich mehr als 10 Mio Passagiere befördert, ist seit langem schon eine schnelle Umschaltung auf Reservestromleitungen möglich. Des weiteren sind alle großen medizinischen Einrichtungen mit autonomen Stromquellen ausgestattet.
bei russland.RU
• Arbeit russischer Einrichtungen in den USA nicht beeinträchtigt (15.8.2003)
• Strom-Megaausfall wie in den USA in Russland nicht möglich (15.8.2003)
Die Effektivität der Notfallmaßnahmen in Moskau wurde durch die neuliche Sommerhavarie bestätigt. Bei sintflutartigen Regengüssen wurde in 24 Stunden nahezu eine Monatsnorm an Niederschlägen gemessen. Dabei wurden unterirdische Starkstromkabel und Unterwerke im nordwestlichen Teil und im Zentrum der Hauptstadt außer Betrieb gesetzt. Kein Licht auf den Korridoren, feststeckende Aufzüge... Dennoch wurde der U-Bahn-Verkehr nicht unterbrochen, die Krankenhäuser blieben nicht ohne Strom, und drei Viertel der Stadtbewohner wussten überhaupt nicht, dass es in der Stadt Probleme mit der Elektroenergieversorgung gegeben hatte. Alles wurde in kurzer Zeit wiederhergestellt.

Archiv:
2003   2004   2005   2006   2007   2008   2009   2010   2011   2012   2013