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21-06-2011 Verschiedenes
Auch Deutsch-Russe unter den 44 Todesopfern von Flugzeugunglück in Russland


Bei einem Flugzeugunglück im Nordwesten Russlands sind in der Nacht zu Dienstag 44 der insgesamt 52 Menschen an Bord ums Leben gekommen. Zu den Todesopfern der missglückten Notlandung in der Nähe des Flughafens von Petrosawodsk in Karelien zählte laut Auswärtigem Amt in Berlin auch ein Deutsch-Russe. Acht Insassen überlebten das Unglück, darunter ein etwa zehnjähriger Junge und seine ebenfalls minderjährige Schwester.




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Nach Angaben des Flughafendirektors von Petrosawodsk, Alexej Kusmizki, sowie des Katastrophenschutzministeriums lagen zum Zeitpunkt des Unglücks dichter Nebel und Regen über der Region. Demnach wollte der Pilot offenbar auf einer nahe gelegenen Straße notlanden. Das Flugzeug habe beim Landesanflug eine Stromleitung durchtrennt, was zu einem Stromausfall auf dem Rollfeld geführt habe, sagte Kusmizki. Der russische Vize-Ministerpräsident Sergej Iwanow sagte, das Unglück sei nach bisherigem Kenntnisstand auf einen "Pilotenfehler bei schlechtem Wetter" zurückzuführen.

Die Maschine vom Typ Tupolew 134 brach beim Aufprall auseinander und ging in Flammen auf. Insassen und Trümmerteile wurden hunderte Meter weit geschleudert. Das Katastrophenschutzministerium erklärte, dass 44 Insassen ums Leben gekommen seien, unter ihnen ein Schwede, ein Niederländer, zwei Ukrainer sowie vier Mitglieder einer Familie mit russischer und US-Staatsbürgerschaft. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes in Berlin sagte, auch ein deutsch-russischer Doppelstaatler zähle zu den Todesopfern. Nach Angaben des russischen Fußballverbands starb auch der FIFA-Schiedsrichter Wladimir Pettai.

Ein Anwohner berichtete, dass er einen brennenden Insassen gerettet habe, indem er die Flammen mit einer Bettdecke und einer Jacke erstickt habe. Insgesamt acht Insassen überlebten, sieben von ihnen waren aber in einem ernsten Zustand. Zu ihnen zählten nach Angaben des Katastrophenschutzministeriums der neunjährige Anton und seine 14-jährige Schwester Anastasia. Die Geschwister stammen demnach von der Pazifikinsel Sachalin im äußersten Osten Russlands. Ihre Mutter sei unter den Todesopfern.

Das Gesundheitsministerium gab das Alter des Jungen mit zehn Jahren an und nannte 1984 als Geburtsjahr seiner Schwester. Gesundheitsministerin Tatjana Golikowa sagte nach Angaben ihres Ministeriums, Antons Zustand sei "äußerst ernst, lebensgefährlich". Der Junge habe viel Blut verloren.

Ein Mitarbeiter des Katastrophenschutzministeriums sagte der Nachrichtenwebsite lifenews.ru, die Kinder hätten mit ihrer Mutter in der Region ihren Onkel besuchen wollen. Dieser habe das Unglück mit eigenen Augen mit angesehen und daraufhin einen Herzanfall erlitten.

Der russische Staatschef Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin sprachen den Opfern und ihren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die regionalen Behörden riefen eine dreitägige Trauerzeit aus. Der Regierungschef von Karelien, Andrej Nelidow, versprach am Unglücksort eine Entschädigung von einer Million Rubel (25.000 Euro) pro Todesopfer.

Die Tupolew war mit 43 Passagieren und neun Besatzungsmitgliedern vom Moskauer Flughafen Domodedowo nach Petrosawodsk geflogen. Die 1981 gebaute Maschine war laut der Fluggesellschaft RusAir kurz vor ihrem Start komplett durchgecheckt worden. Mit den veralteten russischen Flugzeugen ereignen sich häufig Unfälle, besonders die Tupolew-Maschinen aus Sowjetzeiten haben eine schlechte Sicherheitsbilanz.
[russland.RU]
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