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08-08-2003 Verschiedenes
Russlands geschlossene Städte öffnen ihre Tore
(MOSKAU Russland unternimmt immer aktivere Versuche, sich in die moderne Weltgemeinschaft zu integrieren, und gibt immer häufiger viele seiner früher für die Außenwelt geschlossenen Objekte frei. So sind die ehemals geschlossenen Städte Nowouralsk, Sneshinsk, Angarsk, Selenogorsk, Shelesnogorsk und andere inzwischen in die gewöhnlichen Landkarten eingezeichnet. Außerdem kann man sie nach Erhalt einer entsprechenden Erlaubnis besuchen.

Wer hätte sich je denken können, dass Sarow und Los Alamos, die Städte, in denen die Russen und die Amerikaner ihre Atombomben entwickelten, heute Partnerstädte sind?
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• 100. Jahrestag der Kanonisierung des heiligen Seraphim von Sarow (29.7.2003)
Sarow allerdings ist immer noch halb geschlossen. Bei den kürzlich in Russland veranstalteten Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Kanonisierung des unter den Russen vielleicht am meisten verehrten Heiligen, Serafim von Sarow, durften die meisten Pilger die Kathedrale an dem Ort, wo einst die Zelle des heiligen Mönches stand, nicht besuchen. Sie wurden in die Stadt Sarow, in der sich dieses Heiligtum der orthodoxen Kirche befindet, nicht hereingelassen.

Sarow ist die ehemalige geschlossene Stadt Arsamas-16, die heute 86 649 Einwohner zählt. Die meisten von ihnen sind in dem vielleicht geheimsten Objekt Russlands mit dem Sammelnamen Russisches Nukleares Zentrum beschäftigt. Die geschlossene Stadt ist faktisch von einem Stacheldrahtring umgeben, der Zutritt ist nur durch einige wenige Kontrolldurchlassposten möglich, und auch das nur nach Vorzeigen spezieller Passierscheine. Hierbei wollen viele Sarower keineswegs auf ihren Status der Geschlossenheit verzichten, denn er gibt ihnen ein Gefühl von Sicherheit.

Die Tatsache, dass die Stadt Fremden unzugänglich ist, war den Pilgern wohlbekannt, und geduldig warteten sie mitten auf einem Feld bei Sarow, bis die feierliche Prozession mit den Gebeinen des Heiligen in einem Sarg aus Zypressenholz an ihnen vorbeizog.



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