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31-07-2003 Verschiedenes
Russischer Pressespiegel
„KOMMERSANT":

In einem Kommentar zur heute beginnenden OPEC-Ministerkonferenz in Wien schreibt die Zeitung, dass das zentrale Thema der Teilnehmer die Festlegung der Erdöl-Förderquoten sein werde. Die in der österreichischen Hauptstadt eingetroffenen Minister des Ölkartells gaben bereits zu verstehen, dass sie nicht die Absicht hätten, die bestehenden Quoten von täglich 24,5 Millionen Barrel zu ändern. Wozu auch, da die Ölpreise sich auf einem ziemlich hohen Niveau befinden und die westlichen Staaten bereit sind, zu zahlen


Auch Russland ist mit der heutigen Situation auf dem Erdölmarkt vollkommen zufrieden. Moskau baut ständig die eigene Ölförderung aus und profitiert immer mehr von den wachsenden Preisen. Und die OPEC lehnt sich überhaupt nicht dagegen auf: Die Zeiten, wo die Kartellchefs erklärten, sie ließen sich von den Russen „nicht auf der Nase herumtanzen", sind vorbei. Angesichts der außenpolitischen Spannungen im Nahen Osten hält man sich mit kühnen Erklärungen zurück, betont die Zeitung.

„WEDOMOSTI"

Ungeachtet der Verbesserung des Investitionsklimas in Russland, auf die zu Beginn des Jahres mehrere Rating-Agenturen verwiesen, erweitern die ausländischen Banken die Kredite für ihre russischen Kunden nicht gerne.

Unter Berufung auf die Bank für internationale Verrechnungen teilt das Blatt mit, dass die russischen Kreditnehmer zum 1. April 2003 von russischen Filialen ausländischer Banken 2,2 Milliarden Dollar und weitere 38,5 Milliarden aus Transaktionen erhalten hätten. 16,8 Milliarden davon wurden für den Zeitraum von bis zu einem Jahr, 1,7 Milliarden für ein bis zwei Jahre und 18,4 Milliarden Dollar für mehr als zwei Jahre gewährt. 1,8 Milliarden Dollar wurden bisher nicht verteilt. Die Gesamtverpflichtungen der russischer Kreditnehmer gegenüber Auslandsbanken stiegen Ende des ersten Quartals 2003 um nur noch zwei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres und betrugen 40,7 Milliarden Dollar. Unter Verweis auf ausländische Experten erklärt die „Wedomosti" das ausbleibende Wachstum bei der Kreditvergabe an Russland durch ausländische Banken mit dem spekulativen Kredit-Rating des Landes.

„WREMJA MN"

Nach Angaben der Zeitung habe der amtierende Verwaltungschef Tschetscheniens, Achmad Kadyrow, die Unterstützung durch zwei große russische Parteien - „Einheitliches Russland" und „Volkspartei" - bei der bevorstehenden Präsidentenwahl in der Republik abgelehnt. „Ich bin allen sehr dankbar, möchte aber als unabhängiger Kandidat zur Wahl gehen, denn der künftige Präsident Tschetscheniens darf sich nicht durch irgendwelche Verpflichtungen gegenüber einer einzelnen politischen Organisation binden." Er fügte hinzu, dass er auf dem Posten des Präsidenten Vertreter des ganzen multinationalen Volkes der Republik sein wolle. Er sei davon überzeugt, dass der künftige Präsident die sehr schwierige Aufgabe zu lösen habe, das über die ganze Welt verstreute tschetschenische Volk zu konsolidieren.

„ISWESTIJA"

Die europäischen Analytiker bieten nach Ansicht der Zeitung der Welt eine suspekte Sensation: Laut ihren Berechnungen rangiere Russland beim Alkoholkonsum auf dem ersten Platz in der Welt. Während die ganze Welt nach gesunder Lebensweise strebe, konsumiere ein Einwohner Russlands durchschnittlich 19 Liter Getränke mit 40 Prozent Alkoholgehalt im Jahr.

Unter Berufung auf die britische Analyse-Gesellschaft Datamonitor teilt die Zeitung mit, dass der Umfang des russischen Spirituosenmarktes (hierzu zählen Wodka, Kognak, Brandy, Rum und Whisky) im Jahr 2002 rund 20,3 Milliarden Dollar betragen habe, was ein Viertel des europäischen Spirituosenmarktes (82,5 Milliarden) ausmache. Eine ähnliche Situation wie in Russland sei nur in Osteuropa und in den amerikanischen Ländern insgesamt zu verzeichnen. So werde zum Beispiel in Polen jährlich Wodka für umgerechnet fünf Milliarden Dollar verkauft. Der gesamte jährliche Alkoholkonsum in Kanada, den USA und in ganz Lateinamerika zusammen betrage 60 Milliarden Dollar.

„GASETA"

Die Zeitung berichtet, dass der frühere Schachchampion Anatoli Karpow heute nach Rostow am Don käme, um an einem ungewöhnlichen Sportwettkampf teilzunehmen. Gleich nach seiner Ankunft solle sich Karpow in die örtliche Strafanstalt N. 10 begeben, um dort ein Simultanspiel an zehn Brettern für die Häftlinge und einen Reihenkampf an 15 Bretten für die Mitarbeiter der Straf- und Besserungsanstalten des Südlichen föderalen Bezirks abzuhalten.

Karpow wird den Mitarbeitern der Strafanstalt Geschenke überreichen und den Inhaftierten Schachsätze mit seinem Autogramm schenken. Der Kapitän der Schachmannschaft der Strafanstalt kündigte bereits an, der Großmeister dürfe nicht mit einem leichten Sieg rechnen: Bei einem Qualifikationsturnier wurden die stärksten Spieler für die Mannschaft nominiert.
(Von Boris PETROW, RIA "Nowosti").

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