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23-12-2003 Verschiedenes
Moskau kämpft gegen Drogenkriminalität
( MOSKAU ) In den letzten drei Monaten wurden in der Hauptstadt Russlands beinahe 300 Strafverfahren gegen Drogenhändler eingeleitet. Es wurden zwölf Einwohner von Moskau und Sankt Petersburg festgenommen, bei denen man über 1 000 Ecstasytabletten und eine Partie von Amphetaminen beschlagnahmte.

Eine große Menge von Hanfblütenständen wurde bei zwei Drogendealern entdeckt, die ihre Ernte auf dem ehemaligen Klärfeld beim hauptstädtischen Marjinski-Park eingebracht hatten. Es wurde ein von einer Gruppe von Studenten eingerichtetes illegales Labor zur Drogenherstellung aufgedeckt. Beim gesetzwidrigen Empfang von 1 000 Flaschen des stark wirkenden Medikaments Solutan wurde ein Einwohner von Kabardinisch-Balkarien festgenommen, der zudem gefälschte Stempel und einen ebensolchen Dienstausweis eines Untersuchungsrichters der Militärstaatsanwaltschaft bei sich führte.

Der erst vor wenigen Monaten geschaffene neue föderale Dienst, das Staatliche Komitee Russlands zur Kontrolle des ungesetzlichen Drogenhandels, hat sich inzwischen schon als kompetentes und offensives Organ bewährt. Seine Tätigkeit in Moskau hat einige Besonderheiten. Sie wird durch die hohe Anzahl von illegalen Einwanderern aus dem nahen und fernen Ausland erschwert, wobei für viele von ihnen der Drogenhandel ihre gewohnte Beschäftigung ist. Außerdem streben alle erdenklichen kriminellen Gruppierungen, von denen ein bedeutender Teil sich auch auf den Handel mit dem „weißen Tod" spezialisiert, danach, sich hier, im größten Geschäftszentrum des Landes, festzusetzen. Sie wollen Kanäle für die Drogenlieferung schaffen, über die sie ihre „Ware" selbst aus den entlegensten Regionen nach Moskau transportieren. Deshalb setzen die Rechtsschutzorgane, darunter auch das staatliche Drogenkontrollkomitee, den Akzent auf Anreisende und die Überprüfung des Verkehrs. Sie ziehen auch den Umstand in Betracht, dass es die Drogendealer in letzter Zeit vermeiden, große Partien ihrer Ware direkt in die Hauptstadt zu befördern, denn dabei ist ihnen das Risiko zu hoch. Vielmehr liefern sie sie irgendwohin in die Nähe von Moskau oder bemühen sich, das Gebiet Moskau gänzlich zu vermeiden. Die Drogen werden beispielsweise in Twer oder Rjasan gelagert und erst von dort in kleineren Partien zum Verkauf transportiert. Deshalb fällt die Hauptrolle bei der Bekämpfung des Straßenhandels mit Rauschgift der Miliz zu.

Das staatliche Drogenkontrollkomitee seinerseits koordiniert die Tätigkeit verschiedener Behörden zur Unterbindung des illegalen Handels mit Narkotika und psychotropen Mitteln. Außerdem decken seine Mitarbeiter organisierte Vertriebsnetze sowie Kanäle zur Drogenlieferung auf und organisieren und verwirklichen bei Notwendigkeit gemeinsame Operationen mit dem Föderalen Sicherheitsdienst, dem Innenministerium und dem Staatlichen Zollkomitee. Außerdem haben sie eine so heikle Funktion wie die Kontrolle der hauptstädtischen Nachtklubs. Generalmajor der Miliz Alexej Tschuwajew, Leiter der Moskauer Verwaltung des staatlichen Drogenkontrollkomitees, kommentierte das in einem Gespräch mit dem RIA-„Nowosti"-Korrespondenten wie folgt: „Sollten wir Informationen erhalten, dass da und da mit Drogen gehandelt werde und das von beständigem Charakter sei, werden wir unsere Kontrollen durchführen, und sei es selbst im Konservatorium." Er präzisierte, dass eine totale Überprüfung aller Vergnügungslokale nicht vorgesehen sei.

„Überprüfungen sind erst fällig, wenn wir glaubwürdige Informationen über den Drogenhandel an einem bestimmten Ort erhalten." Der General betonte, dass die Mitarbeiter des staatlichen Drogenkontrollkomitees laut geltender Gesetzgebung berechtigt seien, eine solche Aufsicht an beliebigen Orten zu verwirklichen. Auf die Frage nach der Verantwortlichkeit der Verwaltung der Nachtklubs für den Drogenhandel in ihren Einrichtungen antwortete Generalmajor Tschuwajew, er schließe es nicht aus, dass in bestimmten Fällen die Direktion um ihre Lizenz kommen könne. „Für den Anfang werden wir Vorschriften erlassen, dann aber auf dem Rechtswege den Leitern solcher Einrichtungen wie auch den dort beschäftigten Sicherheitsdiensten die Lizenz entziehen", sagte er.

Die Moskauer Verwaltung des staatlichen Drogenkontrollkomitees arbeitet in engem Kontakt mit den Organen der Exekutivgewalt. Einige Verwaltungsmitarbeiter sind speziell dem Apparat der Regierung der Hauptstadt zugeteilt, was die Möglichkeit gibt, beim Zusammenwirken viele Fragen maximal operativ zu lösen.

Eine besondere Rolle gehört in der Moskauer Verwaltung des staatlichen Drogenkontrollkomitees der Russischen Föderation dem Internen Sicherheitsdienst. Für diesen werden die erfahrensten Spezialisten ausgewählt, die bereits in den Anti-Korruptions-Abteilungen des Föderalen Sicherheitsdienstes und des Innenministeriums tätig waren. Einige Amtsverbrechen von Mitarbeitern der Moskauer Verwaltung des staatlichen Drogenkontrollkomitees seien in hohem Maße dank dem hohen Professionalismus des Internen Sicherheitsdienstes aufgeklärt worden. (Wjatscheslaw LASCHKUL, RIA „Nowosti" )

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