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05-12-2003 Verschiedenes
Mindestens 41 Tote bei Sprengstoffanschlag auf russischen Vorortzug
(Moskau/dpa) - Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen überfüllten Vorortzug im russischen Nordkaukasus haben Terroristen mindestens 41 Menschen getötet und 160 weitere verletzt. Die von einem Selbstmordattentäter gezündete Bombe mit einer Sprengkraft von zehn Kilogramm TNT detonierte am Freitag gegen acht Uhr Ortszeit in der Nähe der Stadt Jessentuki, 1500 Kilometer südlich von Moskau.

Präsident Wladimir Putin verurteilte die Tat als vergeblichen Versuch, die Lage vor den Parlamentswahlen am Wochenende zu destabilisieren. Die Justiz sprach von einer tschetschenischen Spur. Bundeskanzeler Gerhard Schröder bezeichnete das Attentat in einem Telegramm an Putin als "Menschen verachtenden Anschlag".

Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler bereiteten vier Terroristen, drei Frauen und ein Mann, die Bluttat vor. Kurz vor der Detonation seien die Frauen aus dem fahrenden Zug gesprungen. "Der Mann starb, seine Identität steht bislang nicht fest. Er hatte Handgranaten an den Beinen. Das war ein Selbstmordattentäter", sagte der Chef des Inlandsgeheimdienstes FSB, Nikolai Patruschew, in Moskau. Bereits Anfang September waren bei einem Bombenanschlag auf die selbe Bahnstrecke zwischen den Städten Kislowodsk und Minieralnyje Wody 7 Menschen getötet und mehr als 90 verletzt worden.

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Mindestens 36 Tote bei Terroranschlag auf Zug in Südrussland (5.12.2003)
Durch die Wucht der Detonation vom Samstag wurde der Waggon auseinander gerissen. Augenzeugen berichteten, keiner der Passagiere habe sich aus eigener Kraft aus den Trümmern befreien können. Nach dem Anschlag sei ein Feuer ausgebrochen. In den anderen Waggons des in den Farben der russischen Staatsflagge weiß-blau-rot lackierten Vorortzuges brach Panik aus. Fahrgäste schlugen Fenster ein und sprangen auf die Gleise.

35 Menschen waren den Angaben zufolge auf der Stelle tot, 6 weitere starben später im Krankenhaus. Über 150 andere Menschen wurden verletzt. Die meisten Todesopfer waren Schüler und Studenten im Alter zwischen 16 und 19 Jahren sowie Berufspendler auf dem Weg zur Arbeit. Die Polizei hatte nach eigenen Angaben den Zug vor Fahrtbeginn auf versteckte Sprengsätze untersucht. Während der Fahrt habe eine Patrouille in einem hinteren Waggons mit der routinemäßigen Suche nach verdächtigen Personen begonnen.

Wie bei früheren schweren Bombenanschlägen in der Region vermutete die Justiz tschetschenische Auftraggeber hinter der Bluttat. "Ich verbinde dieses Verbrechen als eine der Tatversionen mit den Handlungen tschetschenischer Terroristen", sagte Justizminister Juri Tschaika in Moskau.

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Die schwersten Anschläge im Grenzgebiet zu Tschetschenien
Präsident Putin ordnete auch die jüngste Bombenexplosion in die Reihe internationaler Anschläge ein. "Der internationale Terrorismus, der viele Länder herausgefordert hat, bleibt auch für uns eine ernsthafte Bedrohung", betonte der Kremlchef bei einer Lagebesprechung in Moskau. Den Terroristen werde es nicht gelingen, die Lage in der Region vor der Parlamentswahl zu destabilisieren. "Das werden die Bürger Russlands nicht zulassen", sagte Putin.

Mit Sprengstoff ausgerüstete Selbstmordattentäter halten seit über einem Jahr Russland in Angst. Im Oktober 2002 hatten 41 tschetschenische Männer und Frauen ein Musicalgebäude in Moskau gestürmt und mehr als 800 Menschen in ihre Gewalt gebracht. 129 Geiseln überlebten die gewaltsame Befreiung durch die Polizei nicht. Bei Selbstmordanschlägen in Moskau sowie im Nordkaukasus starben in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 200 Menschen.

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