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18-07-2003 Verschiedenes
Russisches Tennis erklimmt neue Höhen
(MOSKAU) Drei russische Tennisspieler - Michail Juschny, Nikolai Dawidenko und Jewgeni Kafelnikow - spielen für ihr Land bei dem mit 765 000 Euro dotierten Mercedes-Cup-Turnier, das in Stuttgart begonnen hat. Der 21-jährige Juschny ist die größte Hoffnung Russlands bei diesem Wettbewerb, weil er auch im vergangenen Jahr in Stuttgart gewonnen hat. Allerdings begann die diesjährige Saison für Juschny nicht ganz glücklich: Er zog sich mehrere Verletzungen nacheinander zu. Jetzt ist Juschny wieder fit. Von ihm wird also jenes Spiel erwartet, das er im Jahr 2002 gezeigt und mit dem er sich in der Tennis-Welt als talentierter Spieler etabliert hat.

Gerade Juschny war es, der Ende 2002 im Finale des Davis Cups in Paris - der inoffiziellen Mannschafts-Weltmeisterschaft - Russland zum Sieg gegen Frankreich verholfen hatte. Nach vier Spielen hatte es 2:2 gestanden. Das fünfte Spiel, bei dem Juschny gegen Paul-Henry Mathieu auftrat, war entscheidend. Juschny verlor die ersten beiden Sätze. Die Franzosen schienen den Sieg bereits sicher zu haben. Aber dem jungen Russen gelangen drei Satzgewinne in Folge, was auch den Gesamtsieg Russlands bedeutete, das damit zum erstenmal in seiner Geschichte die „Silberne Salatschüssel" erkämpfte, die zu den begehrtesten Tennis-Trophäen zählt.

Der glänzende Sieg in Paris ist ein deutlicher Beweis dafür, dass sich das russische Tennis schnell entwickelt und mit Recht einen der führenden Plätze in der Welt einnimmt. Russische Tennisspieler verbuchten Siege bei renommierten internationalen Wettkämpfen, darunter dreimal bei Grand-Slam-Turnieren, die zu den wichtigsten Tennis-Ereignissen weltweit zählen. Zweifacher Sieger war dabei Kafelnikow, der 1996 bei den French Open und 2000 bei den Australian Open gewonnen hatte. Ähnlich erfolgreich war Marat Safin, der im Jahr 2000 im Finale der US Open den legendären Pete Sampras bezwungen hatte. Das Jahr 2000 war für die russischen Tennisspieler überhaupt ein siegreiches Jahr: Die Russen schnitten bei den Olympischen Spielen in Sydney glänzend ab - Kafelnikow wurde Olympia-Sieger und Jelena Dementjewa, die sich bis zum Halbfinale der US Open durchkämpfen konnte, errang eine Silbermedaille.

Gegenwärtig bereitet sich Dementjewa mit den anderen Mitgliederinnen der russischen Auswahl - Jelena Bowina, Wera Swonarjowa und Anastassija Myskina - auf das Spiel gegen Slowenien beim Föderations-Cup-Turnier vor, dem Davis Cup der Damen. Natürlich hoffen die Russinnen darauf, den Vorjahrestriumph der Herren in Paris zu wiederholen. In jedem Fall wollen sie sich so weit wie möglich, am liebsten bis zum Finale, durchkämpfen. Und diese Hoffnung ist ganz und gar nicht unberechtigt.

Die russischen Spielerinnen haben ihr Können in den vergangenen zwei bis drei Jahren beachtlich vervollkommnet und zeigen dies bei den wichtigsten Turnieren. Swetlana Kusnezowa schnitt in diesem Jahr bei den French Open erfolgreich ab: Sie spielte sich im Einzelspiel, im Doppel und gemischten Doppel jeweils bis zum Viertelfinale durch. Auch Wera Swonarjowa verbuchte in Paris einen Erfolg, als sie die berühmte Amerikanerin Venus Williams bezwang.

Anastassija Rodionowa, die im gemischten Doppel mit dem Israeli Andy Ram spielte, erreichte kürzlich das Finale der All-England-Open in Wimbledon. Das russische Doppel Jelena Dementjewa und Lina Krasnoruzkaja errang in Wimbledon einen sensationellen Sieg über die Geschwister Serena und Venus Williams, die auf der Weltrangliste ganz vorn stehen. Es war das erste Mal in der Geschichte des sowjetischen und russischen Tennis, dass gleichzeitig fünf Russinnen im Achtelfinale von Wimbledon spielten, also unter den 16 stärksten Spielerinnen der Welt waren.

Wenn man noch berücksichtigt, dass die junge Vera Duschewina im vergangenen Jahr im Wimbledon-Finale ihre Landsmännin Maria Scharapowa besiegte und die 17-jährige Dinara Safina - Schwester des stärksten Tennisspielers Russlands Marat Safin - vor kurzem ein repräsentatives Turnier in Palermo gewann, wird klar, dass das russische Damen-Tennis hoffnungsvolle Perspektiven hat. Man kann die gute Laune des Präsidenten der Tennis-Föderation Russlands, Schamil Tarpischtschew, gut verstehen. Er ist der Ansicht, dass die Zeit bald kommen wird, da die besten russischen Spielerinnen bei Grand-Slam-Turnieren gewinnen werden. Große Hoffnungen verbindet Tarpischtschew dabei mit Dinara Safina, die nach seiner Meinung in naher Zukunft sogar mit den Geschwistern Williams konkurrieren kann. Vielleicht ist die Prognose des bekannten Experten zu optimistisch. Aber ohne Optimismus der Spieler und der Trainer ist ein Sieg kaum denkbar. Keiner glaubte Tarpischtschew, als er im vergangenen Jahr versprochen hatte, die "Salatschüssel" nach Moskau zu holen. Aber die Russen haben es geschafft. Die zahlenmäßig starke Armee der Tennisanhänger in Russland glaubt daran, dass ihre Idole neue Gipfel erklimmen werden.
(RIA-Nowosti-Kommentator Waleri Asrijan)

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