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17-11-2003 Verschiedenes
Neue Methode zur Entwicklung von Stammzellen
( MOSKAU ) Russischen Wissenschaftlern ist es gelungen, Stammzellen aus dem Fettgewebe des Menschen zu gewinnen. Bisher gewannen die Wissenschaftler die besonderen Stammzellen des menschlichen Organismus aus dem Knochenmark oder den Embryonalgeweben. Sie dienen als Material für die Produktion beliebiger Zellen des Organismus.

Inzwischen wird daraus Transplantationshaut für Patienten gezüchtet, die Verbrennungen erlitten haben. Innerhalb von drei Wochen wurde bei einem 19-jährigen Mädchen die Haut von Gesicht und Hals, die bei einem Flugzeugunglück verunstaltet wurde, praktisch wiederhergestellt. Als Ausgangsmaterial dafür dienten aus dem Fettgewebe gewonnene Stammzellen. Auf der Grundlage dieser Zellen wurde ein spezieller Stoff hergestellt und auf die Wunden aufgetragen. Die Ergebnisse übertrafen alle Erwartungen. Zuerst wurde die Epidermis restituiert, worunter dann die Wunden heilten.

Stammzellen werden außerdem zur Behandlung der Bauchspeicheldrüse bei Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes angewandt. Gegenwärtig arbeiten Fachleute erfolgreich am Einsatz von Stammzellen zur Behandlung der Neurodermitis, einer chronischen Hauterkrankung.

Stammzellen wurden erstmalig in den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts vom russischen Wissenschaftler Alexander Fridenschtajn aus dem Knochenmark des Menschen isoliert. Doch die Entdeckung fand keine Anwendung. Erst Ende der 90er Jahre, nach der Entdeckung der embryonalen Stammzellen des Menschen, widmeten sich die Wissenschaftler erneut deren Erforschung. Heute ist dies einer der aussichtsreichsten Bereiche der Medizin und Biologie. Es besteht die Hoffnung, dass die Stammzellen in Zukunft eine Alternative zur Organtransplantation bilden können. Sie sind eine Art universeller Baustoff des menschlichen Organismus. Während die Stammzellen in der klinischen Praxis vorläufig vor allem in der ästhetischen Medizin angewandt werden, kann ihre Anwendung in Zukunft, wie die Wissenschaftler glauben, die Behandlung eines überaus breiten Spektrums von Erkrankungen ermöglichen. (Prof. Alexander Tepljaschin, RIA „Nowosti")

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